29. August, 2026

Wirtschaft

Eurozone-Inflation zieht im Mai leicht an: EZB steht vor richtungsweisenden Entscheidungen

Eurozone-Inflation zieht im Mai leicht an: EZB steht vor richtungsweisenden Entscheidungen

Die Inflation im Euroraum hat im Mai eine leichte Aufwärtsbewegung verzeichnet. Laut aktuellen Daten des Statistikamts Eurostat stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,6 Prozent. Diese Steigerung bestätigte eine vorläufige Schätzung vom Ende Mai. In den zwei Monaten zuvor betrug die Teuerungsrate jeweils 2,4 Prozent.

Im Vergleich zur Inflationsspitze vor etwa zwei Jahren, als die Rate auf über zehn Prozent kletterte, haben sich die Teuerungszahlen deutlich abgeschwächt. Allerdings ist der Abwärtstrend zuletzt ins Stocken geraten. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte in Reaktion auf die hohe Inflation drastische Zinserhöhungen vorgenommen. Angesichts des tendenziellen Rückgangs der Teuerung nahm die EZB Anfang Juni ihre erste Zinssenkung vor. Der künftige geldpolitische Kurs soll laut EZB datenabhängig gestaltet werden, wobei eine mittelfristige Inflationsrate von zwei Prozent angestrebt wird.

Neben der allgemeinen Teuerung ist auch die Kerninflation, die ohne Energie und Nahrungsmittel berechnet wird, erstmals seit langer Zeit wieder gestiegen. Die Rate erhöhte sich von 2,7 auf 2,9 Prozent. Die Energiepreise legten leicht zu, nachdem sie in den Vormonaten gefallen waren. Lebens- und Genussmittel verzeichneten hingegen einen geringeren Preisauftrieb. Besonders beachtlich ist der Anstieg der Dienstleistungspreise um 4,1 Prozent, ein Bereich, der von der EZB aufgrund des hohen Lohnanteils besonders genau beobachtet wird.

Die Inflationsentwicklung zeigt sich in den Mitgliedsländern des Euroraums weiterhin sehr unterschiedlich. Diese reicht von einer Stagnation in Lettland bis zu einem starken Preisanstieg von 4,9 Prozent in Belgien. Deutschland befindet sich mit einer nach europäischen Standards erhobenen Teuerungsrate von 2,8 Prozent im Mittelfeld.