29. August, 2026

Technologie

Europäische Kommission nimmt Apple ins Visier

Europäische Kommission nimmt Apple ins Visier

Die Europäische Kommission hat offiziell eine Untersuchung gegen Apple eingeleitet, um mögliche Verstöße gegen die neuen Regelungen für große Online-Plattformen zu prüfen. Diese neuen Vorschriften, die unter dem Gesetz über digitale Märkte (DMA) zusammengefasst sind, sollen für mehr Wettbewerb und bessere Chancen für neue Marktteilnehmer sorgen. Die Behörde möchte feststellen, ob Apple seiner Verpflichtung nachkommt, Nutzern gebührenfreien Zugang zu Angeboten von Entwicklern außerhalb des hauseigenen App Stores zu ermöglichen. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager betonte, dass sowohl die Entwicklergemeinschaft als auch die Verbraucher stark daran interessiert seien, Alternativen zum App Store zu haben. "Wir werden die Angelegenheit gründlich untersuchen, um sicherzustellen, dass Apple diese Bemühungen nicht behindert", erläuterte Vestager. Seit Anfang März sind Unternehmen wie Apple, Amazon und andere große Player verpflichtet, sich an die strengen neuen Regeln des DMA zu halten. Diese Regelungen zielen darauf ab, die marktbeherrschende Stellung großer Plattformbetreiber, der sogenannten Gatekeeper, zu durchbrechen. Neben Apple stehen auch Amazon, Microsoft, Alphabet und Meta unter Beobachtung. Ein besonderer Fokus der Untersuchung liegt auf der sogenannten Kerntechnologiegebühr von Apple. Der Konzern führte im März eine jährliche Gebühr von 50 Cent pro Erstinstallation einer App ein, wenn diese eine Million Downloads in einem Zwölfmonatszeitraum überschreiten. Alternativ können Entwickler weiterhin nur über den Apple App Store vertreiben und eine Provision von 15 bis 30 Prozent zahlen. Apple weist die Vorwürfe entschieden zurück und betont, dass in den letzten Monaten viele Veränderungen vorgenommen wurden, um den Anforderungen des DMA gerecht zu werden. Der Konzern ist zuversichtlich, dass die neuen Geschäftsbedingungen fair sind und mehr als 99 Prozent der Entwickler gleich hohe oder geringere Gebühren zahlen als zuvor. Sollte die EU-Kommission jedoch zu dem Schluss kommen, dass Apple gegen die DMA-Vorgaben verstößt, könnten Strafen von bis zu 10 Prozent des jährlichen Umsatzes drohen. Bei wiederholten Verstößen könnten die Strafen sogar auf 20 Prozent steigen. Im extremen Fall steht auch die mögliche Zerschlagung des Unternehmens zur Debatte. Am Ende könnten Gerichte über das endgültige Strafmaß entscheiden.