31. August, 2026

Wirtschaft

Euro trotzt Druck und behält die Stärke über 1,06 Dollar

Euro trotzt Druck und behält die Stärke über 1,06 Dollar

In der Welt der Währungen zeigte der Euro am Dienstag erneut seine Widerstandsfähigkeit, indem er die Marke von 1,06 US-Dollar überschritt. Belebende Konjunkturdaten aus Deutschland verliehen der europäischen Gemeinschaftswährung am Vormittag Auftrieb, was sie beinahe die 1,07 Dollar-Grenze erreichen ließ. Dieser Impuls flachte allerdings im Laufe des Tages ab, sodass der Wechselkurs des Euros sich am Mittag auf einem vergleichbaren Stand zum Vortag einpendelte, bei 1,0659 Dollar. Vortags hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs noch ein wenig niedriger, auf 1,0632 Dollar bestimmt.

Eine erhebliche Verbesserung der Geschäftsstimmung im deutschen Dienstleistungssektor im April entfachte Optimismus, der die Erwartungen übertraf. Obwohl sich auch das industrielle Sentiment aufhellte, bleibt es hinter dem französischen und gesamteuropäischen Niveau zurück, was vorrangig auf die anhaltenden erhöhten Energie- und Rohstoffpreise zurückzuführen ist, unter denen die strukturell bedingt besonders betroffene deutsche Industrie leidet.

Doch nicht nur national, auch auf europäischer Ebene registrieren die Konjunkturindikatoren eine ansteigende Unternehmensstimmung. "Die Eurozone hat einen guten Start ins zweite Quartal hingelegt", kommentierte Cyrus de la Rubia, Chefökonom bei Hamburg Commercial Bank, optimistisch. Allerdings wurden diese positiven Aussichten von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, durch Hinweise auf die angespannte Lage der Industrie gedämpft. Er wies auf geopolitische Unsicherheiten, die Herausforderungen des Übergangs zur Elektromobilität in Europa und die hohen Zinsen hin – Faktoren, die die Investitionsbereitschaft belasten und die wirtschaftliche Erholung unsicher erscheinen lassen.

Obgleich die Unternehmensstimmung in der Eurozone laut Andrew Kenningham, Chefvolkswirt für Europa bei Capital Economics, stärker als erwartet zugelegt hat, scheint die EZB weiterhin auf dem Weg zu sein, im Juni die Zinsen zu senken. Die beharrlich restriktive Geldpolitik der US-Notenbank Fed setzt den Euro schon länger unter Druck und der Eurokurs bewegt sich nur knapp über dem Tiefststand seit November letzten Jahres.