Inmitten des wachsenden Handelsstreits zwischen der Europäischen Union und China kommt es zu neuen Spannungen. Peking hat jüngst die EU-Kommission scharf kritisiert und deren Anfrage über Subventionen für chinesische Elektrofahrzeuge als 'beispiellos' umfangreich zurückgewiesen. Der Vorwurf aus China: Die Brüsseler Behörde habe chinesische Autohersteller im Rahmen ihrer Anti-Subventionsuntersuchung mit übermäßig detaillierten und tiefgreifenden Fragen belastet.
Die erhobenen Fragen betreffen unter anderem Entwicklungspläne, technologische Prozesse, Vertriebskanäle und die Preisgestaltung der Fahrzeuge. Auch Informationen über die Herkunft aller Fahrzeugkomponenten und Rohstoffe wurden angefordert. Laut einem Sprecher des chinesischen Handelsministeriums gingen der Umfang und die Menge der gesammelten Daten weit über das hinaus, was für eine solche Untersuchung nötig sei.
Trotz der laut eigenen Aussagen bestmöglichen Kooperation durch die betroffenen chinesischen Unternehmen habe die EU-Kommission diese 'grundlos der unzureichenden Zusammenarbeit' beschuldigt, so der Sprecher weiter. Dies habe bei den chinesischen Unternehmen zu erheblicher Bestürzung und Enttäuschung geführt. Peking droht nun, 'alle notwendigen Maßnahmen' zu ergreifen, um die legitimen Rechte und Interessen chinesischer Firmen zu schützen.
Die EU-Kommission hatte kürzlich Pläne für Strafzölle auf Importe chinesischer Elektrofahrzeuge bekannt gemacht. Diese Zölle könnten bis zu 38,1 Prozent betragen und würden rückwirkend ab Anfang Juli erhoben, sofern keine einvernehmliche Lösung mit China gefunden wird. Brüssel appelliert an China, Gesprächsbereitschaft zu zeigen, um eine Eskalation zu verhindern.