24. August, 2026

Wirtschaft

Eskalation unwahrscheinlich: Was EU-Strafzölle für deutsche Autobauer bedeuten

Eskalation unwahrscheinlich: Was EU-Strafzölle für deutsche Autobauer bedeuten

Die von der EU angekündigten Strafzölle auf chinesische Elektroautos könnten vor allem deutsche Autohersteller empfindlich treffen. Dies wäre nicht nur wegen potenzieller Vergeltungsmaßnahmen durch China der Fall, sondern auch aufgrund des besonderen Geschäftsmodells deutscher Konzerne, so eine Studie der Commerzbank. Vincent Stamer, Wirtschaftsexperte bei der Commerzbank, betonte allerdings, dass eine Eskalation zu einem umfassenden Handelskrieg als unwahrscheinlich einzustufen sei.

Die deutschen Autobauer, darunter Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW, produzieren in China Elektrofahrzeuge, die anschließend nach Europa re-importiert werden. EU-Strafzölle würden diese Praxis ohne signifikante Preiserhöhungen kaum noch rentabel machen. Im Gegensatz dazu verfügen chinesische Hersteller über so hohe Gewinnmargen, dass sie zusätzliche Zölle von bis zu 30 Prozent abfedern und weiterhin profitabel nach Europa exportieren können.

Ein weiterer Risikofaktor für deutsche Autohersteller sind die von China angedrohten Vergeltungszölle. Angesichts des enormen Handelsvolumens sind Autos hier das wahrscheinlichste Ziel. China ist ein bedeutender Absatzmarkt für deutsche Unternehmen; ganze 24 Prozent der deutschen Autoexporte gehen ins Reich der Mitte, ein im Vergleich zu Frankreich und Italien herausragend hoher Anteil.

Stamer erläuterte ferner, dass die Auswirkungen der Strafzölle und Gegenmaßnahmen im Automobilsektor auf die Inflation im Euroraum gering wären, sofern keine Eskalation eintritt. Sowohl die derzeitige wirtschaftliche Erholung in China als auch die Inflationslage in Europa bieten beiden Parteien keinen Anreiz für einen Handelskrieg. Zudem sei das betroffene Handelsvolumen am Gesamtvolumen beider Wirtschaftsblöcke verhältnismäßig gering.