01. September, 2026

Wirtschaft

Erholung im Reisesektor: Deutsche Tourismusbranche meldet Aufschwung nahe Pandemie-Niveau

Erholung im Reisesektor: Deutsche Tourismusbranche meldet Aufschwung nahe Pandemie-Niveau

Die Erholung der deutschen Tourismusbranche hat im vergangenen Jahr deutliche Fortschritte gemacht. Mit insgesamt 487,2 Millionen Übernachtungsgästen verzeichnete der Sektor eine beachtliche Zunahme von 8,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Obwohl das Rekordergebnis von 2019 noch leicht unerreicht bleibt – die Differenz beträgt schmale 1,7 Prozent –, ist das Jahr 2023 nun als zweiterfolgreichstes Jahr in die Annalen eingegangen, wie aus den kürzlich veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht.

Im Sommer erlebte die Branche eine besondere Hochphase, mit Gastzahlen, die an die besten Zeiten vor Covid-19 erinnern. Insbesondere die Monate Mai und September stachen heraus, in denen sogar historische Übernachtungszahlen registriert wurden. Wie das Statistikamt betonte, zeige sich der Sommertourismus von der Pandemie unbeeindruckt und erweise sich trotz der schwächelnden Konjunktur als erstaunlich widerstandsfähig.

Ein geteiltes Bild ergibt sich beim Blick auf die Herkunft der Übernachtungsgäste: Während die inländische Nachfrage minimal zugelegt hat und 0,1 Prozent über dem Niveau von 2019 liegt, zeigt sich, dass die internationale Reisetätigkeit immer noch an den Folgen der Pandemie leidet. Die Übernachtungen ausländischer Gäste lagen mit 80,9 Millionen noch um rund 9 Millionen unter dem Referenzjahr. Ihr Anteil an allen Übernachtungen fiel von 18,1 Prozent im Vor-Pandemie-Rekordjahr auf 16,6 Prozent.

Einen besonders starken Trend verzeichnen Campingplätze mit einer Übernachtungszahl, die um herausragende 18,3 Prozent über dem Vor-Corona-Niveau liegt, während die Hotellerie einen Rückgang von 4,2 Prozent hinnehmen musste.

Norbert Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes, zeigt sich mit der Überwindung des abschwächenden Trends durch Corona zufrieden und blickt optimistisch auf das Jahr 2024, geprägt von einer vielversprechenden Buchungslage. Nichtsdestotrotz mahnte er zur Vorsicht angesichts konjunktureller Unsicherheiten und betonte die Bedeutung von ausreichendem Budget für weitere Kurz- und Wochenendreisen. Die Bewältigung des Arbeitskräftemangels lasse er als weiterhin bestehende Herausforderung nicht unerwähnt.