Im langwierigen Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) zeichnet sich endlich eine Annäherung ab. Nach monatelangen Auseinandersetzungen und einer Reihe von Streiktätigkeiten, die das Reisen für viele Kunden beschwerlich machten, kündigten beide Parteien nun das Ende der Konflikte an. Mit diesem Schritt verschwindet das Damoklesschwert weiterer Streikmaßnahmen über den Köpfen der Fahrgäste.
Die Einzelheiten des ausgehandelten Tarifkompromisses sollen im Rahmen von heute anberaumten Pressekonferenzen durch die Bahn sowie die GDL öffentlich gemacht werden. Besonders im Fokus steht dabei, inwiefern die GDL ihre Hauptforderung nach einer Arbeitszeitreduktion für ihre in Schichten arbeitenden Mitglieder umsetzen konnte, ohne Einbußen beim Lohn hinzunehmen.
Der Tarifstreit manifestierte sich für Bahnkunden in insgesamt sechs Arbeitskämpfen, welche den Reiseverkehr maßgeblich beeinträchtigten. Verhandlungen wurden über Monate geführt, doch selbst die Einbeziehung von externen Vermittlern konnte anfangs keinen Durchbruch erzielen. Erst kürzlich, nachdem Gespräche im anscheinend aussichtslosen März gescheitert waren, konnten Bahn und Gewerkschaft eine Wiederaufnahme der Dialoge und die vermehrte Hoffnung auf eine Einigung vermelden.
Viel diskutiert wurde nicht nur die Arbeitszeitreduktion, sondern auch die Dauer des künftigen Tarifvertrages. Die GDL forderte ursprünglich einen spürbaren Lohnanstieg von 555 Euro monatlich und eine einmalige Inflationsausgleichsprämie. Die Vermittler brachten einen stufenweisen Anstieg der Löhne ins Spiel, doch auch dieser Ansatz fand vorerst keinen Anklang bei der Gewerkschaft.
Mit der Beendigung des Tarifkonflikts, der im vergangenen November seinen Anfang nahm und bereits nach kurzer Zeit in eine Sackgasse zu geraten schien, tritt für die Fahrgäste eine Phase der Erleichterung ein. Bis zum nächsten Frühjahr müssen sie keine weiteren Ausstände befürchten, und auch weitere Tarifverhandlungen sind für dieses Jahr nicht vorgesehen. Die Bahnreisenden können aufatmen, denn der aktuelle Tarifabschluss mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) verspricht bis zum Ende der Laufzeit im März 2025 Ruhe auf den Gleisen.