01. September, 2026

Wirtschaft

Entscheidung über Abwasserentsorgung für Tesla-Werk vertagt

Entscheidung über Abwasserentsorgung für Tesla-Werk vertagt

Beim Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) bleibt die Abwasserfrage für das Tesla-Werk bei Berlin vorerst ungelöst. Trotz bestehender Grenzwertüberschreitungen im Abwasser entschied sich eine Mehrheit der 16 Verbandskommunen gegen einen unmittelbaren Versorgungsstopp für die Tesla-Gigafactory, wie es in einer ursprünglichen Beschlussvorlage vorgeschlagen wurde. WSE-Verbandsvorsteher André Bähler hatte diesen Vorschlag unterbreitet, erntete jedoch keine Zustimmung für seine Pläne. Ein Anerkennungsbedürfnis in der Versammlung der Verbandskommunen führte hingegen zu einer Alternativlösung: Der Vorstand wurde beauftragt, mit dem amerikanischen E-Autobauer Verhandlungen über die Abwasserproblematik bis Mitte des Jahres aufzunehmen und eine tragfähige Lösung herbeizuführen. Hierbei sollen im Dialog mit Tesla Wege gefunden werden, die strengen umweltrechtlichen Hürden wieder einzuhalten. Konkret stehen Verstöße gegen zulässige Werte von refraktärem Phosphor und Gesamtstickstoff im Mittelpunkt der Debatte. Die Qualität des Abwassers aus dem Tesla-Werk sorgte bei Naturschutzverbänden für Unmut und das Anschlagen von Alarmglocken in Bezug auf die regionale Trink- und Schmutzwasserversorgung. Sprecher Steffen Schorcht wies auf die hohe Verantwortung aller Beteiligten hin, von Tesla selbst bis zu den Verbandskommunen, die den Vertrag mit dem E-Autobauer einst befürworteten. Neben den Bedenken zum Umweltschutz schwingt auch ein wirtschaftliches Säbelrasseln mit: Tesla warnte den WSE vor massiven finanziellen Folgen eines Produktionsstopps, sollte der Verband die Abwasserentsorgung einstellen. Dies würde der Gigafactory täglich Verluste in Millionenhöhe bescheren – ein nicht zu unterschätzender Faktor in der Entscheidungsfindung des Wasserverbands. Die Gespräche zwischen WSE und Tesla bleiben somit weiterhin entscheidend für die Klärung der Angelegenheit und die Sicherstellung einer umweltgerechten sowie wirtschaftlich tragfähigen Lösung.