Die deutsche Entscheidung, den persönlichen Konsum von Cannabis zu entkriminalisieren, weckt Hoffnungen bei Unternehmen im Bereich der legalen Cannabisprodukte, aber öffnet nicht unmittelbar die Tür für kommerzielle Verkäufe. Während Akteure wie Curaleaf International bereits die sich abzeichnenden Marktchancen ins Auge fassen, scheint Großbritannien im internationalen Vergleich zunehmend isoliert, indem es hartnäckig an der Prohibition festhält. Diese Positionierung begünstigt auf ungewollte Weise den Schwarzmarkt, der weder Qualitätssicherung noch steuerliche Einnahmen gewährleisten kann.
Experten sehen im deutschen Cannabismarkt ein jährliches Steuerpotenzial von rund 4,7 Milliarden Euro, was angesichts der wirtschaftlichen Lage des Vereinigten Königreichs den dort festgefahrenen prohibitiven Ansatz als finanziell kontraproduktiv erscheinen lässt. Es fehlt nicht nur an ökonomischer Weitsicht, sondern auch an wissenschaftlicher Fundierung der aktuellen britischen Cannabispolitik.
Die großen politischen Parteien in Großbritannien, sowohl die Konservativen als auch die Labour Partei, zeigen keinerlei Ambitionen, die existierende Drogenpolitik zu reformieren – ein Versäumnis, das sich in vielerlei Hinsicht als kostspieliger Fehler erweisen könnte.