Nach monatelanger Ungewissheit und einer Serie von Arbeitskämpfen scheint nun wieder Ruhe in die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) eingekehrt zu sein. Beide Parteien kündigten an, den ausgefochtenen Konflikt beigelegt zu haben. Damit sind weitere Streiks vom Tisch, was den Reisenden eine dringend benötigte Verlässlichkeit bietet. Die Details des Tarifkompromisses bleibt bis zur offiziellen Vorstellung am morgigen Dienstag noch ein Rätsel, doch bereits jetzt spekulieren Medien über die möglichen Inhalte der Einigung. Gerüchten zufolge könnte die GDL ihre maßgebliche Forderung nach einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit näherungsweise erfüllt bekommen – eine schrittweise Abnahme der Arbeitsstunden bis hin zur angestrebten 35-Stunden-Woche im Jahr 2029. Diese langfristige Anpassung soll bereits ab Anfang 2026 mit einer Reduktion auf 37 Wochenstunden beginnen und über die nächsten Jahre kontinuierlich fortgesetzt werden. Lokführer, die jedoch eine volle 40-Stunden-Woche vorziehen, sollen die Option auf zusätzlichen Lohn erhalten. Obwohl diese Informationen noch unbestätigt sind, wirft dies ein Licht auf mögliche Zugeständnisse der Bahn. Auch wenn die Verhandlungen mehrfach in Sackgassen zu enden drohten – zuletzt waren die Gespräche Anfang März gescheitert und führten zu weiteren Streiks – und die GDL zunächst höhere Lohnforderungen stellte, scheint es nun, als ob der gefundene Kompromiss beide Seiten zufriedenstellen könnte. Schließlich hatte bereits ein Mediator ein ähnliches Modell mit einer Erhöhung der Bezüge und einer Vertragslaufzeit von 30 Monaten ins Spiel gebracht, das allerdings auf keine Gegenliebe bei der GDL stieß. Für Passagiere der Deutschen Bahn bedeutet die Einigung zumindest kurzfristig eine Atempause. Bis zum nächsten Frühjahr stehen keine weiteren Tarifgespräche an, weshalb nun von einer betriebsamen, aber streikfreien Zukunft der Bahn ausgegangen werden darf.
Wirtschaft
Einigung im Schienenstreit: Deutsche Bahn und Lokführergewerkschaft nehmen Kurs auf Entspannung