Der spektakuläre Zusammenschluss im Luxusgütersegment zwischen Tapestry und Capri im Wert von 8,5 Milliarden US-Dollar steht auf der Kippe. Das Verfahren wurde in New York abgeschlossen, wobei die Anwälte von Tapestry einen äußerst wettbewerbsintensiven Handtaschenmarkt als Verteidigung gegen die Behauptungen darstellten, dass die Konsumenten mit höheren Preisen rechnen müssten.
Im Prozess hob die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) hervor, dass durch die Fusion der sechs Marken – Tapestry‘s Coach, Kate Spade und Stuart Weitzman sowie Capris Versace, Jimmy Choo und Michael Kors – den Käufern weniger Handtaschen zur Verfügung stünden, was zu einem Preisanstieg führen würde.
Abby Dennis von der FTC verglich die Situation mit den unterschiedlichen Verkehrsmitteln von New York nach Washington D.C. – etwa Busse, Züge, Flugzeuge und Hubschrauber – und erklärte, wie schwierig und kostspielig es für Konsumenten sei, zwischen diesen Optionen zu wechseln. Ihrer Meinung nach stehen Amerikaner vor ähnlichen Hürden, wenn es um Handtaschen geht.
Ein US-Bundesrichter wird nun entscheiden, ob die im August 2023 angekündigte Fusion blockiert oder genehmigt wird. Laut Tapestry könnte die Entscheidung zwischen drei Wochen und drei Monaten dauern. James Weingarten, ehemaliger FTC-Chefjurist, stellte fest, dass der Richter eine erhebliche Menge an Material zu prüfen hat und noch nicht klar sei, welche Seite das Verfahren für sich entscheidet.
Während der sieben Tage dauernden Beweisaufnahme konzentrierten sich die Anwälte beider Parteien intensiv auf die Definition des "accessible luxury" Marktes. Die FTC setzte dabei auf den Wirtschaftswissenschaftler Loren Smith zur Marktanalyse, wohingegen die Anwälte von Tapestry Schwachstellen in dessen finanzieller Modellierung und Methodik aufdeckten. Tapestrys leitender Anwalt Lawrence Buterman forderte am Montag die vollständige Missachtung der Analyse durch den Richter.
Buterman betonte abschließend, dass die FTC ihre Beweislast unter keinem Standard erfüllen könne und forderte die Genehmigung der Fusion.