29. August, 2026

Wirtschaft

Druckindustrie unter Druck: Tarifauseinandersetzung geht in die sechste Runde

Druckindustrie unter Druck: Tarifauseinandersetzung geht in die sechste Runde

Die Druckindustrie sieht sich derzeit mit erheblichen Einschränkungen konfrontiert, ausgelöst durch anhaltende Tarifverhandlungen. In Einzelfällen spüren auch die Zeitungsleser die Auswirkungen der Warnstreiks. Am kommenden Donnerstag treten die Gewerkschaft und die Arbeitgeber in einem Nürnberger Hotel zu einem erneuten Verhandlungstermin zusammen – es ist bereits die sechste Runde.

Verdi fordert eine Lohnerhöhung von 12 Prozent für die 106.000 Beschäftigten in der Druckindustrie und verweist dabei auf die Preissteigerungen und Realeinkommensverluste der letzten Jahre. Kirsten Hommelhoff, die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes Druck und Medien (BVDM), hält diese Forderung für wirtschaftlich nicht tragfähig. Sie hebt hervor, dass die Produktionsleistung in der Branche seit 2018 um etwa ein Drittel gesunken sei und die Betriebe mit einer sinkenden Arbeitsproduktivität, einer durchwachsenen Auftragslage sowie steigenden Energie- und Papierkosten zu kämpfen hätten. Hinzu kommt, dass der starke Wettbewerb im In- und Ausland die Weitergabe der gestiegenen Lohnkosten an die Endkunden erschwere.

Die Arbeitgeberseite ließ ein erstes Angebot verlauten, welches eine staffelweise Lohnerhöhung von 2 Prozent und danach 1 Prozent über eine Laufzeit von 24 Monaten vorsieht. Allerdings gab es bereits Annäherungen zwischen den Verhandlungspartnern.

Seit März hat die Gewerkschaft sowohl tarifgebundene Druckbetriebe als auch eine Reihe von Unternehmen ohne Tarifbindung zu Verhandlungen aufgerufen. Zurzeit erlebt die Branche die vierte Warnstreikwelle, deren Schwerpunkt im Süden Deutschlands liegt.

Die Auswirkungen des Tarifstreits sind bereits deutlich spürbar. Beispielsweise war der Verlag Nürnberger Presse betroffen, der Tageszeitungen wie die 'Nürnberger Nachrichten' und die 'Nürnberger Zeitung' herausgibt. Hier erschienen die Zeitungen mit reduziertem Seitenumfang und in einigen Fällen gar nicht. Leserinnen und Leser der 'Nürnberger Zeitung' im ländlichen Raum erhielten den überregionalen Teil der 'Nürnberger Nachrichten', da der eigene Mantelteil nicht gedruckt werden konnte. Auch Zeitungsbeilagen fielen aus. Laut BVDM kam es bei Zeitungen vereinzelt zu Kürzungen in den Lokalteilen, ein flächendeckendes Problem sei dies jedoch noch nicht.