03. September, 2026

Wirtschaft

Dreitägiger Streik der GDL trifft Bahn und Fahrgäste

Dreitägiger Streik der GDL trifft Bahn und Fahrgäste

GDL erhält grünes Licht für Arbeitskampf gegen die Deutsche Bahn

Nachdem die Deutsche Bahn bereits vor dem Frankfurter Arbeitsgericht eine Niederlage erlitten hatte, wies auch das Hessische Landesarbeitsgericht am Dienstagabend die Einstweilige Verfügung der Bahn gegen den geplanten dreitägigen Streik der Lokführergewerkschaft GDL zurück.

Somit kann die GDL wie geplant ab Mittwochmorgen um 2.00 Uhr den Personenverkehr bestreiken. Bereits am Dienstagabend um 18.00 Uhr begann der Streik im Güterverkehr. Auch das Eisenbahnunternehmen Transdev wird von Mittwochmorgen bis Freitagabend bestreikt. Auch hier scheiterte der Versuch, eine Einstweilige Verfügung zu erwirken.

Die GDL kämpft für bessere Arbeitszeitbedingungen und höhere Löhne. GDL-Chef Claus Weselsky betonte nach der Urteilsverkündung, dass die Gewerkschaft immer die Schuld für Streiks zugeschoben bekomme, obwohl es der DB-Vorstand sei, der verantwortungslos handle. Er erklärte, dass nur die Arbeitgeberseite Angebote machen könne und dies auch von der Deutschen Bahn erwartet werde.

Die Bahn forderte die GDL dagegen auf, den Weg des Kompromisses einzuschlagen. Der Hauptgeschäftsführer des DB-Arbeitgebverbandes AGV Move, Florian Weh, erklärte, dass die GDL ihre Forderungen eins zu eins durchsetzen wolle und Tarifverhandlungen nicht auf diese Weise funktionieren.

Ein Notfahrplan soll während des Streiks im Fernverkehr lediglich rund 20 Prozent des üblichen Angebots ermöglichen. Es wird erwartet, dass der Streik Millionen Kundinnen und Kunden treffen wird. Die Auswirkungen im Regionalverkehr werden je nach Region unterschiedlich sein. Die GDL ist regional stark organisiert, vor allem in den ostdeutschen Bundesländern und im Südwesten.

Ein Notfahrplan für den Fern- und Regionalverkehr steht in den Online-Fahrplanauskünften zur Verfügung. Zudem wurde eine kostenlose Rufnummer für Kundenfragen eingerichtet.

Im Güterverkehr werden durch den Streik längere Staus erwartet. Allerdings hat die Bahn in diesem Bereich einen geringeren Marktanteil als im Personenverkehr, sodass viele Unternehmen weiterhin pünktlich versorgt werden können.

Die GDL hat bereits erste Erfolge bei anderen Eisenbahnunternehmen erzielt. Sie konnte die geforderte Arbeitszeitreduzierung bereits bei Netinera und Go Ahead durchsetzen und möchte dieses Muster auch bei der Deutschen Bahn anwenden.

Die geplanten Streiks sind Teil des aktuellen Tarifkonflikts, bei dem es unter anderem um die Reduzierung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden geht. Die Bahn hält diese Forderung für unerfüllbar und ist lediglich bereit, über die Ausweitung bereits bestehender Arbeitszeit-Wahlmodelle zu verhandeln.

Gewerkschaftschef Claus Weselsky verpasste aufgrund der langen Verhandlungsdauer den letzten Zug nach Berlin, wo er den Streik am Mittwoch anführen wird.