Die Reaktion der Bundesregierung auf die kürzliche Hinrichtung des Deutsch-Iraners Djamshid Sharmahd sorgt für anhaltende Kritik. Gazelle Sharmahd, Tochter des Verstorbenen, äußerte in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland deutliche Unzufriedenheit und forderte einen umfassenderen Abbruch der Beziehungen zu Teheran. Sie hinterfragt, warum die nun beschlossene Schließung iranischer Konsulate in Deutschland nicht schon früher stattfand – konkret, warum nicht bereits vor vier Jahren. 'Warum haben wir abgewartet, bis mein Vater tot ist?' fragte sie mit Nachdruck. Sharmahd war im Frühjahr 2023 in einem umstrittenen Gerichtsverfahren in Iran aufgrund von Terrorvorwürfen zum Tode verurteilt worden. Sowohl die Bundesregierung als auch Menschenrechtsorganisationen weisen die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen entschieden zurück. Auf die Hinrichtung folgte die Ankündigung, alle iranischen Generalkonsulate in Deutschland zu schließen, während die Botschaft in Berlin weiterhin offen bleibt, um rund 300.000 Iraner in Deutschland konsularisch zu betreuen. Außenministerin Annalena Baerbock forderte zudem die Freilassung weiterer inhaftierter Deutscher in Iran. Gazelle Sharmahd kritisiert sowohl die deutsche als auch die US-Regierung, letzteres das Land, in dem ihr Vater zuletzt lebte, für ihre unzureichenden Bemühungen zur Freilassung. Die von den Regierungen verhängten Sanktionen seien aus ihrer Sicht nicht wirksam, da das Regime in Teheran weiter erstarkte. Während es in der Vergangenheit immer wieder zu Gefangenenaustausch kam, fragt sie sich, warum dies nicht auch für ihren Vater möglich war.
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Diplomatische Spannungen nach Hinrichtung eines Deutsch-Iraners: Kritik an zu lascher Reaktion