In der Bundesrepublik zeichnet sich eine ermutigende Entwicklung im Bereich der Berufsausbildung ab. Nach einem deutlichen Einbruch während der Corona-Pandemie vermeldet das Statistische Bundesamt eine Zunahme der abgeschlossenen Ausbildungsverträge. Im Vergleich zum Vorjahr starteten 2023 zusätzliche 10.000 junge Menschen ihre berufliche Laufbahn durch eine Ausbildung. Somit stieg die Zahl der Neuverträge auf insgesamt 479.900 – ein Wachstum von 2,1 Prozent.
Die Statistiken verheißen eine langsamere Erholung vom pandemiebedingten Rückgang: Während im Jahr 2019 vor der Krise noch 510.900 neue Auszubildende gezählt wurden, fiel die Zahl im Pandemiejahr 2020 auf einen Tiefpunkt von 463.300. Der jetzige Anstieg markiert allerdings das dritte Jahr in Folge mit einem positiven Trend.
Bei einem Blick auf das laufende Ausbildungsjahr 2023/2024 unterstreichen Daten der Bundesagentur für Arbeit ebenfalls eine positive Tendenz. Bis März berichteten rund 52.000 Bewerberinnen und Bewerber von erfolgreich gefundenen Ausbildungsplätzen – ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Jedoch verbleiben noch 190.000 Suchende ohne Lehrstelle, eine Zahl die leicht über dem Vorjahresniveau liegt. Gegenüber stehen diesen 281.000 noch zu besetzende Ausbildungsstellen, was ein leichter Rückgang zur Vorjahressituation darstellt.
Die zentrale Vermittlungsstelle der Bundesagentur wird jedoch nicht von allen genutzt. Es wird geschätzt, dass 59 Prozent der Bewerber, im Gegensatz zu 75 Prozent der ausbildenden Betriebe, auf deren Dienste zurückgreifen, während der Rest eigeninitiativ agiert. Die Dynamik des Marktes bleibt bestehen, ein Gesamtbild wird erst im September erwartet.
Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, fordert angesichts von Passungsproblemen zwischen regional verteilten Lehrstellen und Bewerbern Maßnahmen zur Förderung der Mobilität. Der seit April verfügbare Mobilitätszuschuss sei dabei ein Schritt in die richtige Richtung. Sie hebt hervor, dass eine abgeschlossene Berufsausbildung weiterhin eine tragende Säule zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit darstellt.
Interessanterweise ist das Wachstum bei den männlichen Auszubildenden mit 2,8 Prozent deutlich stärker als bei weiblichen (1,0 Prozent). Das Handwerk verzeichnet ebenso einen Aufwärtstrend mit einer Zunahme um 1,9 Prozent an neuen Verträgen. Die Gesamtzahl der Auszubildenden in Deutschland blieb mit rund 1,215 Millionen weiterhin annähernd stabil.