25. Juni, 2026

Wirtschaft

Deutschland fällt im UN-Innovationsindex zurück

Deutschland fällt im UN-Innovationsindex zurück

Deutschland hat im Innovationsindex der UN-Organisation für geistiges Eigentum (Wipo) an Boden verloren und rangiert nun auf Platz neun der weltweit innovativsten Volkswirtschaften. Dies bedeutet einen Platzverlust für die Bundesrepublik, die von Südkorea überholt wurde.

Besonders bemerkenswert sind die Erfolge Südkoreas, die auf hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie innovativen kulturellen Exportschlagern wie der koreanischen Pop-Musik (K-Pop) basieren, erklärte Wipo-Generaldirektor Daren Tang. An der Spitze des Rankings finden sich abermals die Schweiz, Schweden und die USA. Deutschland musste sich darüber hinaus auch hinter Singapur, Großbritannien, Südkorea, Finnland und die Niederlande einreihen. China konnte einen Platz zulegen und befindet sich nun auf Rang elf.

Der umfassende Index berücksichtigt 78 verschiedene Kriterien, darunter das Unternehmensumfeld, die Qualität von Bildung und Forschung, Investitionen sowie Kreativität beim Industriedesign. Deutschland punktete besonders in den Bereichen Forschungsinvestitionen und Patente, schnitt jedoch beim Anteil der Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt und bei der Nutzung von Informationstechnologie schlechter ab.

Global beunruhigend sind laut den Autoren die geschwächten Frühindikatoren für künftige Innovationstätigkeiten. Das Wachstum der Ausgaben für Forschung und Entwicklung verlangsamte sich und das Jahr 2023 verzeichnete erstmals seit 2009 einen Rückgang bei den internationalen Patentanmeldungen im Vergleich zum Vorjahr.

Die Investitionen in Risikokapital fielen nach dem Boom in den Jahren 2020/21 im Jahr 2022 um 36 Prozent und setzten diesen Abwärtstrend 2023 mit einem weiteren Rückgang von 39 Prozent fort. Dies wird unter anderem auf gestiegene Zinsen zurückgeführt. Während der Pandemiezeit hatten viele Unternehmen ihre Wachstumsstrategien überdacht und viele Länder hatten verstärkt in die Digitalisierung investiert, was zu dem damaligen Anstieg geführt hatte.

„Kreativität ist auf jeder Ebene – von der lokalen bis zur globalen Ebene – und in allen sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Bereichen gefragt, um die Globalisierung neu zu erfinden und Nachhaltigkeit, Gleichstellung und Wohlstand miteinander zu vereinbaren“, kommentierte Bruno Lanvin, einer der Herausgeber des Berichts.