In einer aktuellen Befragung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) sowie der Auslandshandelskammern hat sich gezeigt, dass die Zuversicht deutscher Unternehmen im Ausland hinsichtlich der Weltwirtschaft zunimmt, ohne dass sich dies bereits konkret auf die eigenen internationalen Geschäfte niederschlägt. Die Umfrage stützt sich auf Antworten von rund 4.300 Mitgliedsfirmen und verdeutlicht ein gestiegenes Konfidenzniveau, das die letzte Zwei-Jahres-Marke übersteigt, wie der AHK World Business Outlook aufzeigt.
Derzeit rechnen 31 Prozent der befragten Betriebe mit einer verbesserten wirtschaftlichen Entwicklung an ihren internationalen Standorten für das kommende Jahr – ein Anstieg gegenüber den 22 Prozent aus der Herbstbefragung. Während 19 Prozent eine Abkühlung der Konjunktur erwarten, prognostiziert die Hälfte eine stabile Lage. Die voraussichtlich sinkenden Inflationsraten und erhoffte Zinssenkungen tragen zur positiven Stimmung bei, allerdings werden die Aussichten durch geopolitische Spannungen und Handelskonflikte geschmälert.
Volker Treier, Außenwirtschaftschef des DIHK, stellt klar, dass die positiven Konjunkturerwartungen noch keine sichtbare Stärkung des internationalen Handels und folglich der Geschäftsaktivitäten deutscher Firmen bewirken. Die verhaltene deutsche Wirtschaftslage und bestehende Unsicherheiten bezüglich der wirtschaftspolitischen Entwicklung bremsen die Unternehmen weiterhin. Ein spürbarer Auftrieb der Investitionsbereitschaft bleibt deshalb aus, Skepsis und Vorsicht dominieren weiterhin.
Im Euro-Raum fällt die Bewertung der Unternehmenssituation konstant aus und zeigt sich auch in den Geschäftsaussichten für die nächsten zwölf Monate unterdurchschnittlich. Geringfügige Fortschritte stehen einem kräftigen europäischen Aufschwung durch Herausforderungen wie Fachkräftemangel, nachlassende Nachfrage, gestiegene Arbeitskosten und unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen im Weg.