03. September, 2026

Wirtschaft

Deutsche Post verbessert Filialnetz, aber hat noch Probleme

Deutsche Post verbessert Filialnetz, aber hat noch Probleme

Die Deutsche Post hat ihre Anstrengungen verstärkt, um vakante Filialstandorte wieder zu besetzen. Das teilte die Bundesnetzagentur auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Ende Januar waren noch 174 Standorte unbesetzt, obwohl die Post laut staatlicher Vorgabe dort präsent sein sollte. Bis Mitte Oktober ist diese Zahl auf nur noch 73 unbesetzte Pflichtstandorte gesunken. Dennoch drängt die Bundesnetzagentur weiterhin darauf, dass auch die übrigen Lücken geschlossen werden.

Bundesweit verfügt die Deutsche Post eigenen Angaben zufolge über rund 12.900 Filialen. Gemäß einer Verordnung muss in jeder Gemeinde mit mehr als 2.000 Einwohnern mindestens eine stationäre Verkaufsmöglichkeit vorhanden sein. Ab 4.000 Einwohnern darf eine Filiale in zusammenhängend bebauten Wohngebieten nicht weiter entfernt sein als zwei Kilometer. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Einzelhändler wie Supermärkte oder Kioske, die auch einen Postschalter betreiben. Allerdings stellt der Strukturwandel auf dem Land ein Problem für die Post dar. Wenn der letzte Laden eines Dorfes schließt, findet das Unternehmen keinen Partner mehr vor Ort.

Derzeit plant die Bundesregierung eine Reform des veralteten Postgesetzes. Dadurch könnte die Vorgabe zum Filialnetz möglicherweise geändert werden. Es ist denkbar, dass künftig auch Automaten ausreichen, um die Präsenzpflicht der Post zu erfüllen. Die sogenannten Poststationen ermöglichen den Kauf von Briefmarken, das Einwerfen von Briefen sowie das Abholen und Aufgeben von Paketen rund um die Uhr.

Ein Sprecher des Post-Konzerns DHL äußerte sich erfreut über den deutlichen Rückgang unbesetzter Filialstandorte. Als einen Grund dafür nannte er den engen Dialog mit den Bürgermeistern in den betroffenen Kommunen. Dennoch bezeichnete er das Umfeld weiterhin als herausfordernd, da man immer wieder mit Geschäftsaufgaben von Filialpartnern und Schwankungen bei den Vakanzen rechnen müsse. Die Deutsche Post werde weiterhin mit Hochdruck daran arbeiten, an allen Pflichtstandorten präsent zu sein und den Kunden eine verlässliche Versorgung mit Paket- und Briefdienstleistungen zu bieten. Dabei spiele auch der Aufbau weiterer Poststationen eine Rolle, die bei den Kunden sehr beliebt seien.