28. August, 2026

Wirtschaft

Deutsche Bahn startet umfassendste Sanierung seit Jahren: Die Riedbahn im Fokus

Deutsche Bahn startet umfassendste Sanierung seit Jahren: Die Riedbahn im Fokus

Die Deutsche Bahn nimmt einen der bedeutendsten Bauprozesse der letzten Jahre in Angriff. Bis 2030 sollen insgesamt 40 Strecken umfangreich modernisiert werden, um die Zuverlässigkeit der in letzter Zeit häufig unpünktlichen Bahn langfristig zu verbessern. Den Anfang macht ab Montag die Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim, die für fünf Monate komplett gesperrt und saniert wird — mit einem vierfach höheren Bauvolumen als üblich. Häufige Störungen auf dieser Strecke haben in der Vergangenheit den bundesweiten Fernverkehr beeinträchtigt, wodurch sich Verspätungen sogar auf Knotenpunkte wie Hamburg und Stuttgart auswirkten. Die Erwartungen an die Sanierung sind entsprechend hoch. Hauptstrecken, die lange Zeit gegen das Alter und die Überlast ankämpfen mussten, werden nun für mehrere Monate vollständig gesperrt, um eine nachhaltige Erneuerung zu ermöglichen. So sind monatelange Vollsperrungen geplant, um signifikante Abschnitte des Bahnnetzes zu modernisieren und gleichzeitig eine dauerhafte Baupause zu gewährleisten. Die Riedbahn wird vom 15. Juli bis zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember außer Betrieb genommen, um eine umfangreiche Erneuerung und Digitalisierung zu durchlaufen. Als Nächstes steht ab August 2025 die Strecke zwischen Hamburg und Berlin auf der Agenda, deren Sperrung bereits auf neun Monate verlängert wurde. Die Riedbahn, eine zentrale Verbindung in Deutschlands Bahninfrastruktur, bedient täglich über 300 Züge im Regional-, Fern- und Güterverkehr. Täglich nutzen etwa 60.000 Fernverkehrs- und 16.000 Regionalverkehrsreisende diese Strecke. Während der Sperrung werden etwa zwei Drittel der ICE- und IC-Züge über alternative Routen umgeleitet, was die Reisezeit um etwa 30 Minuten verlängert. Das übrige Drittel fällt aus oder führt zu anderen Zielen. Auch im Regionalverkehr wird es weitreichende Änderungen geben: Alle Züge fallen aus, und die Bahn setzt 150 speziell ausgestattete Busse ein, um die Fahrgäste zu befördern. Diese Ersatzbusse verkehren mindestens alle 15 Minuten, auf manchen Streckenabschnitten sogar alle fünf Minuten. Verbesserungen bei der Schulung der Busfahrer sollen für einen reibungsloseren Ablauf sorgen. Die breiten Sanierungsmaßnahmen umfassen den Austausch von 140 Kilometern Oberleitungen, 150 Weichen, 265.000 Schwellen und 120 Kilometern Gleisen sowie die Modernisierung von 20 Bahnhöfen. Die Kosten belaufen sich auf rund 1,3 Milliarden Euro, was die ursprünglichen Schätzungen deutlich übersteigt. Während die Deutsche Bahn hofft, durch diese Maßnahmen das Schienennetz wieder belastbarer und störungsärmer zu machen, sehen vor allem Wettbewerber im Güterverkehr die geplanten Sperrungen skeptisch. Sie befürchten, dass aufgrund straffer Zeitpläne nicht alle notwendigen Arbeiten durchgeführt werden können und daß Umwege von Hunderten Kilometern erforderlich werden. Zudem sind weitere Bauarbeiten jenseits von Generalsanierungen aufgrund des schlechten Netzzustands unvermeidlich, was bereits bestehende Baupläne auf der Strecke Hamburg - Berlin verdeutlichen.