28. August, 2026

Wirtschaft

Der schwindende Glanz des Bargelds: Deutsche zahlen zunehmend digital

Der schwindende Glanz des Bargelds: Deutsche zahlen zunehmend digital

Das Vertrauen der Bundesbürger in Bargeld scheint sukzessive zu schwinden. Laut einer jüngsten Studie der Bundesbank wurde im vergangenen Jahr zwar noch mehr als die Hälfte der Zahlvorgänge mit Scheinen und Münzen abgewickelt. Diese Zahl ist jedoch im Vergleich zur Vorgängerstudie aus dem Jahr 2021 um sieben Prozentpunkte zurückgegangen. Ein klarer Trend zeichnet sich ab: Die Nutzung von Debit-Karten und mobilen Bezahlverfahren über Smartphones nimmt weiter zu. Während der Anteil der Debit-Karten um fünf Punkte auf 27 Prozent stieg, verzeichneten mobile Zahlungen einen Zuwachs von vier Punkten und machen nun sechs Prozent aller Transaktionen aus.

Bemerkenswert ist, dass die Debit-Karte sogar das Bargeld in Bezug auf den Umsatz überholt hat. Mit einem Anteil von 32 Prozent steht die Debit-Karte klar vor dem Bargeld, das nur noch 26 Prozent ausmacht. Dies zeigt, dass Karten vor allem bei größeren Beträgen bevorzugt werden. Bei der freien Wahl des Zahlungsmittels würden sogar 44 Prozent der Befragten die Debit-Karte vorziehen.

Die Akzeptanz für bargeldlose Zahlungsmittel ist gestiegen; in 80 Prozent aller lokalen Zahlungen wäre eine Bezahlung per Karte oder Smartphone möglich gewesen, ein Anstieg um 20 Prozentpunkte seit 2021. Trotzdem gibt Bundesbankvorstand Burkhard Balz zu bedenken, dass noch Verbesserungspotential besteht. Knapp ein Fünftel der Befragten berichtete von Fällen, in denen diese Zahlungsmethoden nicht genutzt werden konnten.

Die Corona-Pandemie hat die Kluft zum traditionellen Bargeld-Zahlungsverhalten weiter vertieft. Während vor wenigen Jahren noch 74 Prozent der Zahlungen in bar abgewickelt wurden, erscheint eine Rückkehr zu diesem Niveau unwahrscheinlich. Die Mehrheit der Befragten schätzt zwar den Schutz der Privatsphäre durch Bargeld, aber auch die einfache Handhabung und Geschwindigkeit bargeldloser Zahlungsmittel sind entscheidende Vorteile.

Interessanterweise wünschen sich 63 Prozent der Befragten, dass Bargeld auch in 15 Jahren noch genauso verfügbar ist wie heute. Realistisch sehen das jedoch nur 39 Prozent. Fast die Hälfte, genau 48 Prozent, geht davon aus, dass Bargeld bis zum Jahr 2038 aus dem Alltag verschwinden wird.