29. August, 2026

Technologie

China bringt erstmals Gesteinsproben von der Rückseite des Mondes zur Erde

China bringt erstmals Gesteinsproben von der Rückseite des Mondes zur Erde

Eine Kapsel des chinesischen Raumschiffs „Chang'e-6“ ist erfolgreich mit Gesteinsproben von der erdabgewandten Seite des Mondes zur Erde zurückgekehrt. Dies bezeugen Live-Bilder des chinesischen Staatsfernsehens, die die Landung der Kapsel in der Steppe der Inneren Mongolei am Dienstagnachmittag (Ortszeit) dokumentierten.

Zuletzt hatte China im Dezember 2020 Gesteinsproben vom Mond zur Erde gebracht, womit es nach den USA und der Sowjetunion nur die dritte Nation ist, die dies erfolgreich durchgeführt hat. Neu und besonders vielversprechend: Diesmal handelte es sich um Proben von der abgewandten Seite des Mondes, die Wissenschaftlern Aufschluss über die Entstehungsgeschichte des Mondes erhoffen lassen.

Der Lander der nach der chinesischen Mondgöttin benannten „Chang'e-6“ setzte am 2. Juni auf dem Mond auf und sammelte Gesteinsproben im Südpol-Aitken-Becken (SPA). Basierend auf den geologischen Merkmalen der Landestelle gehen chinesische Forscher davon aus, dass diese Proben aus 2,5 Milliarden Jahre altem Vulkangestein bestehen. Auch Spuren früherer Meteoriteneinschläge könnten enthalten sein.

Laut Yue Zongyu von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften gibt es erhebliche geologische Unterschiede zwischen der erdzugewandten und der erdabgewandten Seite des Mondes. Dazu zählen die Dicke der Kruste, die vulkanische Aktivität und die Bodenbeschaffenheit. Proben mit Meteoritenspuren könnten nicht nur die Evolution des Mondes, sondern auch die Entstehung des gesamten inneren Sonnensystems erhellen.

Mit der Rückkehr der Kapsel hat China bereits seine sechste Mondmission seit 2007 abgeschlossen. Zuvor hatte „Chang'e-5“ 2020 Proben von der Vorderseite des Mondes zur Erde gebracht, während 2019 mit „Chang'e-4“ erstmals ein Rover auf der Rückseite des Mondes landete und das Terrain erkundete. Mondlande-Missionen gelten als technisch äußerst anspruchsvoll, was durch die jüngsten Fehlschläge von Mondsonden aus Indien, Israel, Japan und Russland unterstrichen wird.