29. August, 2026

Wirtschaft

Bundesanleihen steigen nach schwachen Konjunkturdaten – Renditen fallen deutlich

Bundesanleihen steigen nach schwachen Konjunkturdaten – Renditen fallen deutlich

Die Kurse deutscher Bundesanleihen erlebten am Freitag einen markanten Anstieg, ausgelöst durch enttäuschende Konjunkturdaten aus der Eurozone. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future legte bis zum Mittag um 0,42 Prozent auf 132,94 Punkte zu. Im Zuge dessen fiel die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 2,36 Prozent. Auch in anderen Ländern der Eurozone sanken die Renditen merklich. Allerdings war der Rückgang in Deutschland stärker als in Frankreich, wodurch der Risikoaufschlag zeitweise über 0,80 Prozentpunkte kletterte. Die schwächelnden Konjunkturdaten stützten die Anleihen. So erlebte die wirtschaftliche Erholung im Euroraum im Juni einen unerwarteten Dämpfer. Der Einkaufsmanagerindex, ermittelt von S&P Global, fiel und unterbrach den jüngsten Aufwärtstrend. Sowohl die Industrie als auch der Dienstleistungssektor verzeichneten eine eingetrübte Stimmung. "Die Zahlen für Juni bestärken uns in der Ansicht, dass die wirtschaftliche Erholung im Euroraum in diesem Jahr nicht so stark ausfällt wie von der Mehrheit der Volkswirte und der EZB erwartet", erklärte Vincent Stamer von der Commerzbank. Er fügte hinzu: "Das stützt unsere Prognose, dass die EZB die Leitzinsen im September erneut senken wird." Deutschland und Frankreich waren gleichermaßen von dem Rückgang des Indikators betroffen. Laut Stamer könnte die kürzlich angesetzte Neuwahl in Frankreich und die damit verbundene politische Unsicherheit die Stimmung zusätzlich negativ beeinflusst haben.