Jedes Jahr pilgern zehntausende Investoren nach Omaha, Nebraska, um bei der alljährlichen Hauptversammlung von Berkshire Hathaway Weisheiten des Milliardärs Warren Buffett aufzusaugen. Bei der diesjährigen Veranstaltung am Samstag fehlt jedoch eine essenzielle Zutat, die das Event in der Vergangenheit stets bereichert hat: Charlie Munger, der langjährige Vizevorsitzende von Berkshire Hathaway, ist verstorben.
"Charlie war die Sriracha-Sauce bei dem Berkshire Hathaway Meeting", sagt Bill Smead, der seit 14 Jahren regelmäßig an der Veranstaltung teilnimmt. "Er hat dem Ganzen eine Menge Geschmack verliehen." Mungers Tod hinterlässt eine spürbare Lücke und versetzt die Investorengemeinde, die gewohnt ist, seinen spitzzüngigen Kommentaren zu lauschen, in eine Stimmung der Reflektion. Die Hauptversammlung, die oft als "Woodstock für Kapitalisten" bezeichnet wird, wird ohne Mungers charakteristische Präsenz fortsetzen müssen.
Anleger weltweit blicken dennoch erwartungsvoll auf das Treffen, bei dem Buffetts Einblicke in das Marktgeschehen und die Strategie von Berkshire Hathaway auf großes Interesse stoßen. Die Beiträge von Munger, die oft auf direkte, bisweilen humorvolle Weise vorgebracht wurden, prägten den Charakter dieser Zusammenkünfte über Jahre hinweg. Seine Abwesenheit wird als ein Wendepunkt für Berkshire Hathaway und seine Aktionäre gesehen.