02. September, 2026

Wirtschaft

Bayer plant umfangreiches Stellenabbau-Programm

Bayer plant umfangreiches Stellenabbau-Programm

Der Agrarchemie- und Pharma-Konzern Bayer hat ein umfangreiches Stellenabbau-Programm angekündigt. In einer Online-Veranstaltung am Donnerstag stellten Vertreter des Betriebsrats und des Managements den Mitarbeitern das neue Organisationsmodell vor, das alle Konzernbereiche auf mögliche Einsparungen prüfen soll. Das Ziel ist es, die Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten und überflüssige Jobs zu streichen. Die genaue Anzahl der betroffenen Stellen ist jedoch noch unklar.

Die Ankündigung hatte zunächst nur einen moderat positiven Einfluss auf den Aktienkurs von Bayer. Im weiteren Verlauf gerieten die Aktien jedoch deutlich unter Druck und verloren mehr als zwei Prozent als Dax-Schlusslicht. Grund dafür war eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg, die besagte, dass Bayer möglicherweise von einer Aufspaltung absehen könnte. Über diese Spekulationen wurde an der Börse bereits mehrfach diskutiert. Ein Bayer-Sprecher wollte sich zu der Meldung nicht äußern.

Der US-Amerikaner Bill Anderson übernahm im vergangenen Juni die Leitung von Bayer. Er folgte auf den langjährigen Vorstandschef Werner Baumann. Baumann war verantwortlich für die Übernahme des US-Konkurrenten Monsanto, deren Glyphosat-Risiken bis heute die Bilanz von Bayer belasten.

Im Pharma-Geschäft sieht es ebenfalls düster aus, da die Aussichten auf zukunftsträchtige Kassenschläger fehlen. Die Patente für den Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenpräparat Eylea laufen nach und nach aus, was zu sinkenden Einnahmen führt. Konkurrenzprodukte setzen den deutschen Konzern unter Druck.

Arbeitsdirektorin und Bayer-Vorstandsmitglied Heike Prinz betonte, dass Bayer derzeit aus verschiedenen Gründen in einer schwierigen Lage sei. Um die Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu verbessern, seien daher einschneidende Maßnahmen notwendig. Das Ziel sei es, Bayer schnell wieder auf die Erfolgsspur zu bringen und für zukünftiges profitables Wachstum aufzustellen.

Die Arbeitnehmervertreter unterstützen den Stellenabbau. Für sie habe die Sicherung der Zukunft der Beschäftigten oberste Priorität, so der Gewerkschafter Francesco Grioli. Der Betriebsrat habe dem neuen Organisationsmodell zugestimmt und stehe dem offen gegenüber. Es werde Veränderungen für die Mitarbeiter geben, jedoch solle der Stellenabbau so sozialverträglich wie möglich gestaltet werden, betonte Gesamtbetriebsratschefin Heike Hausfeld.

Mit dem Einsetzen des US-Amerikaners Bill Anderson als neuer CEO im Jahr 2023 war der Schritt des Stellenabbaus nicht überraschend. Anderson ist ein Verfechter einer schlanken Unternehmensverwaltung und hatte bereits zu Beginn seiner Tätigkeit bei Bayer seine Vorstellungen erläutert.

Die neue Organisationsstruktur, die weniger Entscheidungsebenen vorsieht, soll bis Ende 2025 umgesetzt werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2026 ausgeschlossen. Mitarbeiter, deren Stellen gestrichen werden, sollen Abfindungen angeboten bekommen. Bayer beschäftigt derzeit 22.200 Mitarbeiter in Deutschland und weltweit 101.000. Auch im Ausland sollen die Managementfunktionen auf ihre Sinnhaftigkeit hin überprüft werden.