25. Juni, 2026

Wirtschaft

BASF: Umbruch in herausfordernden Zeiten - Gewinne und Arbeitsplätze im Fokus

BASF: Umbruch in herausfordernden Zeiten - Gewinne und Arbeitsplätze im Fokus

Der weltweit führende Chemiekonzern BASF reagiert auf die hohen Energiekosten und die schwache Wirtschaftsentwicklung durch umfassende Umstrukturierungen. Vorstandschef Markus Kamieth möchte den profitablen Erfolg des Unternehmens durch eine neue Strategie sichern und kündigt einschneidende Maßnahmen für Mitarbeiter und Aktionäre an. So stehen am traditionsreichen Standort Ludwigshafen weitere Schließungen von Chemieanlagen im Raum. Zudem sollen diverse Geschäftsbereiche entweder an die Börse gebracht oder zum Verkauf angeboten werden.

Kamieths Strategie basiert auf einer Konzentration auf das Kerngeschäft des Unternehmens. Verlusteinfahrende Sparten sollen abgestoßen und der Sparkurs deutlich verschärft werden. Diese Maßnahmen betreffen nicht nur die weltweit rund 112.000 Beschäftigten, die flachere Hierarchien und weniger Bürokratie erwarten sollen, sondern auch die Aktionäre. Erstmals seit 2010 kürzt BASF die Dividendenzahlung – ein harter Einschnitt.

Die Gewerkschaft IG BCE zeigt sich skeptisch gegenüber diesen Entscheidungen. Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE und Mitglied des BASF-Aufsichtsrates, kritisierte das Konzept als unzureichend für ein Unternehmen dieser Größe. Auch der Betriebsrat äußert Bedenken und fordert eine Verlängerung des Ausschlusses betriebsbedingter Kündigungen bis 2030.

Im Fokus der Maßnahmen steht besonders das Stammwerk in Ludwigshafen. Standortleiterin Katja Scharpwinkel sieht hier die Notwendigkeit weiterer Schließungen aufgrund mangelnder Wettbewerbsfähigkeit einzelner Anlagen. Dennoch bleibt sie optimistisch: „Ludwigshafen wird schlanker, aber stärker sein.“

Bereits 2022 hatte BASF ein umfassendes Sparprogramm angekündigt, mit dem Ziel, jährlich 1,1 Milliarden Euro bis 2026 einzusparen. Dies beinhaltet den globalen Abbau von 3300 Stellen sowie die Schließung mehrerer kostenintensiver Chemieanlagen.

Trotz der angespannten Situation bleibt BASF dem grünen Umbau verpflichtet. Bis 2050 strebt der Konzern Netto-Null-Treibhausgasemissionen an und setzt intensiver auf erneuerbare Energien und Rohstoffe.