Angesichts schwerwiegender Vorwürfe zu Menschenrechtsverletzungen setzt der Ludwigshafener Chemieriese BASF verstärkt auf Schadensbegrenzung. Das Unternehmen kündigte an, die Veräußerung seiner Beteiligungen an zwei Gemeinschaftsunternehmen im chinesischen Korla zügig voranzutreiben. Die strittigen Joint Ventures, Markor Chemical Manufacturing und Markor Meiou Chemical, rücken dabei in den Fokus der Öffentlichkeit.
Laut BASF wurden durch regelmäßige Überprüfungen und Audits bisher keine Verstöße gegen Menschenrechte bei den Partnerschaften festgestellt. Ungeachtet dieser internen Befunde rückt jedoch aktuell der Joint-Venture-Partner durch externe Berichte negativ ins Licht. Diese veröffentlichten Berichte legen Verbindungen zu Praktiken nahe, die im Widerspruch zu den Werten des deutschen Großkonzerns stehen.
Die eingeleitete Transaktion steht unter dem Vorbehalt weiterführender Verhandlungen sowie der Zustimmung durch die zuständigen Behörden. Die Entscheidung zum beschleunigten Abstoßen des Anteils folgt auf Anschuldigungen gegen eine Partnerfirma von BASF, welche in Verstrickungen mit staatlichen Überwachungs- und Repressionsmaßnahmen gegen die uigurische Minderheit in Xinjiang stehen soll.
BASF sieht sich zudem durch Forderungen seitens internationaler Politiker konfrontiert, die einen Rückzug aus der Region Xinjiang befürworten. Unter den Unterzeichnern eines offenen Briefes, in welchem zum Handeln aufgefordert wurde, befand sich auch der EU-Parlamentarier Reinhard Bütikofer. Die Unternehmensleitung von BASF äußerte sich ernsthaft zu dieser Anfrage und versprach den Unterzeichnern eine baldige Kontaktaufnahme.
In Korla beschäftigen die beiden betroffenen Joint Ventures, an denen BASF Anteile hält, insgesamt rund 120 Mitarbeiter. Seit 2016 ist BASF in der umstrittenen Region Xinjiang aktiv und hat weitere Investitionen in die Chemieproduktion getätigt.