29. August, 2026

Wirtschaft

Autobahn-Investitionen in Gefahr: Bauwirtschaft schlägt Alarm

Autobahn-Investitionen in Gefahr: Bauwirtschaft schlägt Alarm

Die Verbände der Bauwirtschaft haben die Sparpläne der Bundesregierung für den Autobahnbau als bedrohlich eingestuft und vor schwerwiegenden Konsequenzen gewarnt. In einem Appell betonten sie, dass die Kürzungen im Verkehrsetat zu einem Verkehrszusammenbruch führen könnten, sollten die notwendigen Mittel für den Ausbau und Erhalt der Bundesfernstraßen nicht bereitgestellt werden.

Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, wies darauf hin, dass Deutschland auf ein massives Problem in seiner Straßen- und Brückeninfrastruktur zusteuere. Laut Müller würden durch die geplanten Kürzungen im Etat der Autobahn GmbH von rund 20 Prozent mehr als 100 Baumaßnahmen auf unbestimmte Zeit verschoben. Dies betrifft vor allem wichtige Brückenbauwerke. Eine Reduzierung der Projekte gehe so weit, dass es faktisch zu keinen neuen Ausschreibungen mehr kommen könnte und bestehende Verträge möglicherweise kostspielig gekündigt werden müssten.

Die Diskussionen über den Haushaltsentwurf für das Jahr 2025 sind noch im Gange. Berichten zufolge sollen die finanziellen Mittel für die Autobahn GmbH im kommenden Jahr im Vergleich zur bisherigen Planung um 20 Prozent auf etwa fünf Milliarden Euro gekürzt werden. Bundesverkehrsminister Volker Wissing hat vor zwei Jahren angekündigt, jährlich 400 Brückenbauprojekte durchführen zu wollen, um den Sanierungsstau abzubauen. Diese Zusage scheint jedoch in Gefahr.

Die Spitzenverbände, bestehend aus der Bauindustrie, der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen, dem Zentralverband Deutsches Baugewerbe, dem Logistikverband BGL und dem ADAC, verlangen zusätzliche Investitionsmittel in Höhe von einer Milliarde Euro pro Jahr. Nur so sei es möglich, das Brückenmodernisierungsprogramm in Gang zu bringen und die Modernisierung der Bundesfernstraßen zu sichern.

Besorgniserregend für die Bauwirtschaft ist auch die drohende Kurzarbeit. Unternehmen hatten ihre Kapazitäten in Erwartung neuer Aufträge aufgestockt und sehen sich nun mit finanziellen Einbußen und dem Risiko von Kurzarbeit konfrontiert.

Die Verkehrspolitik wird zudem von der Politik stark diskutiert. Ulrich Lange, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion für Verkehr, kritisierte die Verkehrspolitik von Wissing scharf und bewertete sie als "reinste Irrfahrt". Auch der Grünen-Verkehrspolitiker Stefan Gelbhaar wies darauf hin, dass Sparmaßnahmen unvermeidlich seien, jedoch dürften dringend notwendige Sanierungen maroder Brücken nicht gefährdet werden.