Die Zeichen stehen auf Erholung in der deutschen Industrielandschaft. Entgegen den bescheidenen Prognosen der Analysten präsentiert die Branche für den Februar spürbare Zuwächse in der Produktion. Mit einem Anstieg von 2,1 Prozent übertrifft das verarbeitende Gewerbe die Erwartungen deutlich – vorausgesagt war lediglich ein Plus von 0,5 Prozent. Dieser Aufschwung folgt auf einen bereits zuvor verzeichneten Anstieg und deutet auf eine Stabilisierung der Industrie hin.
Es zeigt sich, dass die Warenproduktion in sämtlichen Segmenten – von Investitions- und Vorleistungsgütern bis hin zu Konsumartikeln – eine positive Entwicklung genommen hat, mit einem bemerkenswert starken Wachstum von 7,9 Prozent im Baugewerbe. Lediglich im Energiesektor macht sich ein Rückgang bemerkbar, der das Gesamtergebnis leicht schmälert.
Diese jüngsten Zahlen könnten den Beginn einer konjunkturellen Wende markieren, so die Einschätzung des Bundeswirtschaftsministeriums. Sie stehen im Gegensatz zu einem enttäuschenden Vorjahr, in dem die Industrieproduktion häufig enttäuschte – unter anderem aufgrund hoher Energiepreise und einer flauen Nachfrage aus dem Ausland.
Volkswirte lassen sich von diesen Ergebnissen zu einer optimistischeren Betrachtung hinreißen. Claus Vistesen von Pantheon Macroeconomics verweist auf einen "starken Jahresstart" und Ralph Solveen von der Commerzbank sieht nun verbesserte Chancen, dass die deutsche Wirtschaft sich dem Risiko einer Schrumpfung entzieht. Ein Rückblick auf das letzte Quartal 2023, in dem ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,3 Prozent zu beklagen war, verstärkt die Bedeutung der aktuellen Entwicklung.