11. August, 2026

Wirtschaft

Argentinien verzeichnet geringere Inflation: Hoffnungsschimmer inmitten der Wirtschaftskrise

Argentinien verzeichnet geringere Inflation: Hoffnungsschimmer inmitten der Wirtschaftskrise

Argentinien hat zum ersten Mal seit Mitte letzten Jahres einen leichten Rückgang der jährlichen Inflationsrate erlebt, die nun bei 276,4 Prozent liegt. Laut der nationalen Statistikbehörde Indec stiegen die Preise im Mai um 4,2 Prozent - der geringste monatliche Anstieg seit fast zweieinhalb Jahren. Besonders die Kosten für Telekommunikation, Bildung sowie Alkohol und Tabak verzeichneten einen deutlichen Anstieg.

Die jüngste Verlangsamung der Teuerungsrate wird von Experten unter anderem auf eine reduzierte Geldschöpfung und einen geringeren Konsum zurückgeführt. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt Argentinien tief in einer Rezession: Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert für das laufende Jahr einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 2,8 Prozent.

Mit einer der höchsten Inflationsraten weltweit kämpft die zweitgrößte Volkswirtschaft Südamerikas gegen strukturelle Probleme wie einen überdimensionierten Staatsapparat, niedrige Produktivität in der Industrie und eine umfangreiche Schattenwirtschaft, die dem Land wichtige Steuereinnahmen entzieht.

Javier Milei, der ultraliberale Präsident Argentiniens, versucht mit einem strikten Sparprogramm, das Land wieder auf Kurs zu bringen. Zahlreiche Stellen im öffentlichen Dienst wurden gestrichen, Subventionen gekürzt und Sozialprogramme abgebaut. Laut der Katholischen Universität Argentiniens leben dennoch knapp 56 Prozent der argentinischen Bevölkerung unter der Armutsgrenze, wobei etwa 18 Prozent in extremer Armut verbleiben.