Die Arbeitskosten in Deutschland sind im vergangenen Jahr erneut merklich gestiegen, jedoch nicht im gleichen Umfang wie in Ländern wie Kroatien, Polen oder Ungarn. Der Anstieg der Arbeitskosten in der deutschen Privatwirtschaft betrug 5,0 Prozent, wie eine Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung offenlegt. Die Arbeitskosten pro Stunde in Deutschland beliefen sich im vergangenen Jahr auf durchschnittlich 41,90 Euro.
Unter Arbeitskosten versteht man alle Ausgaben eines Unternehmens für eine Stunde Arbeit eines Beschäftigten. Dazu zählen neben Löhnen und Gehältern auch die Lohnnebenkosten wie Sozialversicherungsaufwendungen, Fahrtkostenzuschüsse oder Weihnachts- und Urlaubsgeld.
Im europäischen Vergleich rangiert Deutschland mit diesen Zahlen auf dem fünften Platz. Die höchsten Arbeitskosten verzeichnet Luxemburg mit 53,60 Euro pro Stunde, gefolgt von Dänemark (50 Euro) und Belgien (46,90 Euro). Am unteren Ende des Spektrums befinden sich Ungarn (13,30 Euro), Rumänien (10,80 Euro) und Bulgarien (9,20 Euro). Der durchschnittliche Arbeitskostenwert in der EU liegt bei 31,60 Euro, was einem Anstieg von 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Das IMK bewertet die aktuell eher hohen Steigerungsraten in Deutschland als unproblematisch. Ohne deutliche Lohnerhöhungen hätte die hohe Inflation von 2022 und 2023 die Kaufkraft langfristig beeinträchtigt, erklärt Sebastian Dullien, der wissenschaftliche Direktor des IMK. Er prognostiziert weitere signifikante Lohnerhöhungen, die notwendig seien, um die Nachfrage nachhaltig zu stabilisieren.
In Staaten wie Polen, Ungarn, Rumänien, Kroatien oder Bulgarien liegen die jährlichen Steigerungsraten wesentlich höher als in Deutschland. Beispielsweise betrug der Anstieg in Ungarn und Rumänien 17,3 Prozent, in Polen 12,1 Prozent und in Kroatien 13,9 Prozent.