31. August, 2026

Wirtschaft

Anstieg von Beschwerden über Kontoauflösungen erschüttert britische Finanzbranche

Anstieg von Beschwerden über Kontoauflösungen erschüttert britische Finanzbranche

Die Besorgnis britischer Verbraucher und Unternehmen wächst, angesichts einer Welle von Beschwerden über die Auflösung und Einfrierung von Bankkonten, die an den Ombudsdienst der Finanzbranche herangetragen werden. Im letzten Jahr verzeichnete der Financial Ombudsman Service fast 3.900 Einsprüche gegen solche Kontoschließungen – ein deutlicher Anstieg um 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in dem etwa 2.700 Fälle gemeldet wurden.

Interessanterweise zeigten sich die Beschwerdeinstanzen den Kunden gegenüber zunehmend zugewandt: Während in den letzten drei Jahren weniger als 30 Prozent der Beschwerden stattgegeben wurden, waren es im vergangenen Jahr 36 Prozent. Diese Trendwende fällt mit einer verstärkten Überprüfung von Bankpraktiken in Bezug auf Kontoschließungen zusammen, die ins öffentliche Bewusstsein rückte, als der Politiker Nigel Farage von der Privatbank Coutts auf die Straße gesetzt wurde. Dabei kam ans Licht, dass die Bank die politische Ausrichtung Farages als unvereinbar mit den eigenen Werten als 'inklusives Unternehmen' ansah. Die dadurch ausgelöste Kontroverse führte zum Rücktritt der Geschäftsführerin von NatWest, dem Mutterkonzern von Coutts, Dame Alison Rose.

Es zeigte sich ein spezieller Anstieg an Beanstandungen seitens 'politisch exponierter Personen' und in Fällen, die vermeintliche Finanzdelikte betrafen. UK Finance, ein Interessenverband, betonte, dass Banken akribisch Regularien befolgen und nur einen kleinen Anteil an Konten schließen – meist aufgrund von Bedenken zum finanziellen Betrug und Kriminalität.

Die neuen Daten zum Thema 'Debanking' wurden im Rahmen einer Untersuchung des Finanzausschusses des House of Commons zur Finanzierung kleiner Unternehmen veröffentlicht, wobei die vom Ombudsmann bereitgestellten Zahlen sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen umfassen.

Die Leiterin des Finanzausschusses, Dame Harriett Baldwin, äußerte besondere Bedenken über Berichte, nach denen rechtmäßig agierende Geschäfte ungerechtfertigterweise von Bankdienstleistungen ausgeschlossen werden und forderte Banken auf, kleinere Unternehmen zu unterstützen anstatt sie im Unklaren zu lassen.

Zudem hat sich die britische Regierung dazu verpflichtet, die Mindestvorlaufzeit, die Banken ihren Kunden vor einer Kontoschließung einräumen müssen, von zwei Monaten auf 90 Tage zu erhöhen und fordert Banken auf, ihre Entscheidungen zur Kontoauflösung detaillierter zu begründen.