26. August, 2026

Wirtschaft

Anhaltender Anstieg der Firmenpleiten in Deutschland

Anhaltender Anstieg der Firmenpleiten in Deutschland

Die Tendenz der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland bleibt weiterhin steigend. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte, meldeten in den ersten drei Monaten dieses Jahres 5.209 Unternehmen Insolvenz an. Dies entspricht einer Zunahme von 26,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch der Vergleichswert des ersten Quartals 2020 wurde übertroffen, und zwar um 11,2 Prozent. Damals waren die Insolvenzzahlen durch Sonderregelungen der Corona-Krise vergleichsweise niedrig.

Der Aufwärtstrend setzt sich fort: Im Mai 2024 wurden 25,9 Prozent mehr Regelinsolvenzen beantragt als im gleichen Monat des Vorjahres. Seit Juni 2023 liegt der Anstieg regelmäßig im zweistelligen Bereich im Vorjahresvergleich, erläuterten die Wiesbadener Statistiker. Die in die Statistik einfließenden Verfahren basieren auf einer ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts, wobei der tatsächliche Insolvenzantrag oft etwa drei Monate zuvor gestellt wurde.

Experten prognostizieren für das laufende Jahr, dass die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland auf etwa 20.000 Fälle steigen wird. Viele Unternehmen, geschwächt durch die Auswirkungen der Corona-Jahre, hohe Energiepreise und gestiegene Zinsen, geraten zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten. Zudem sind staatliche Ausnahmeregelungen, die während der Pandemie eine Insolvenzwelle verhindern sollten, ausgelaufen.

Für das Jahr 2023 verzeichnete das Statistische Bundesamt 17.814 Unternehmen, die Insolvenz anmelden mussten. Trotz einer Zunahme um mehr als ein Fünftel bleibt dies im langjährigen Vergleich ein moderater Wert: Während der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 hatten fast 33.000 Unternehmen in Deutschland Zahlungsunfähigkeit erklärt.

- Statistisches Bundesamt