29. August, 2026

Technologie

5G-Netz in Westeuropa: Aufholjagd gestartet

5G-Netz in Westeuropa: Aufholjagd gestartet

Immer mehr Mobilfunkverträge in Westeuropa schließen die Nutzung des schnelleren 5G-Netzes ein. Der Mobilfunkausrüster Ericsson analysiert, dass aktuell 26 Prozent der Verträge dieses Feature beinhalten. Damit liegt Westeuropa im internationalen Vergleich nur auf dem vierten Platz hinter Nordamerika (59 Prozent), Nordostasien (41 Prozent) und der Region des Golfkooperationsrates (34 Prozent). Doch die Branche ist in Bewegung: Bis zum Ende des ersten Quartals 2024 wird weltweit eine beeindruckende Zahl von 1,7 Milliarden 5G-Verträgen erwartet.

Ericssons Mobility Report, der kürzlich in Stockholm veröffentlicht wurde, prognostiziert spannende Entwicklungen für die Zukunft. Bis 2029 soll Westeuropa auf Platz zwei aufholen und 86 Prozent aller Verträge werden dann 5G-Nutzung anbieten – knapp hinter Nordamerika mit 90 Prozent und der Region des Golfkooperationsrates mit 89 Prozent. Nordostasien wird mit 80 Prozent zurückfallen.

5G bietet weit höhere Datenübertragungsraten und geringere Latenzzeiten im Vergleich zu den bisherigen 3G- und 4G-Standards. Diese Vorteile machen es möglich, Echtzeit-Anwendungen wie Fernsteuerungen von Maschinen oder Telemedizin zu realisieren. Zudem kann die Technik große Menschenmengen online bringen, etwa im vollen Fußballstadion.

Ein Hemmschuh für den 5G-Boom in Westeuropa sind laut Ericsson bislang die genutzten Frequenzen unterhalb von 1 Gigahertz. Zwar ermöglichen diese eine flächendeckende Netzabdeckung, doch bei Kapazität und Geschwindigkeit hinken sie den mittleren Frequenzspektren rund um 3,5 GHz hinterher. Das beeinträchtigt die Nutzererfahrung, da Ladezeiten für Videos oder Webseiten zu lang sind.

Freundliche Akzente setzt die Entwicklung bei den Smartphones. Diese unterstützen zunehmend 5G Standalone, die vollwertige Version von 5G. Geräte ab Android 13 und iPhones mit iOS 17 bieten zudem Network Slicing an, eine Technik, bei der das physikalische Netz virtuell in verschiedene Teile aufgeteilt wird, um spezielle Dienste wie Videostreaming bevorzugt zu behandeln.