Viele Hypothekenanbieter haben in den letzten Wochen ihre Zinssätze gesenkt, um die Zinssenkung der Bank of England auf 5 % einzupreisen. Dies gibt Immobilieneigentümern, die ihre Hypotheken refinanzieren möchten, Hoffnung auf günstigere Konditionen. Doch viele, die in diesem Jahr neue Hypothekenverträge abschließen, werden sich weiterhin mit höheren Zinssätzen konfrontiert sehen als bisher gewohnt.
Laut Moneyfacts liegt der durchschnittliche Zinssatz für eine zweijährige Festhypothek aktuell bei 5,77 %, für eine fünfjährige Festhypothek bei 5,38 %. Noch teurer sind zweijährige Tracker-Hypotheken mit durchschnittlich 5,95 %. Deutlich günstigere Konditionen erhalten meist nur diejenigen, die maximal 60 % des Immobilienwerts finanzieren.
Viele Hausbesitzer beschäftigt derzeit die Frage, ob sie sich für ein Festzinsdarlehen oder eine Tracker-Hypothek, die an den Bank-Satz gekoppelt ist, entscheiden sollen. Bei weiteren Zinssenkungen könnten Tracker-Hypotheken vorteilhafter sein, vorerst bleiben diese jedoch meist teurer als die günstigsten Festzinsangebote.
Die Bank of England hat nach 14 aufeinanderfolgenden Erhöhungen seit Dezember 2021 den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf jetzt 5 % gesenkt. In diesem Jahr war zwar eine Zinssenkung im Frühjahr erwartet worden, diese blieb jedoch aus. Experten prognostizieren bis Jahresende einen weiteren Zinsschritt auf 4,75 %.
Günstige zweijährige Festhypotheken, wie sie von Barclays zu 4,39 % oder fünfjährige Festzinsen von NatWest zu 3,97 % angeboten werden, sind derzeit im Vergleich jedoch immer noch teurer als historische Niedrigzinsen. Hohe Gebühren und Gebührenstrukturen sollten bei der Wahl des Hypothekenangebots genauestens bedacht werden.
Adrian Anderson von Anderson Harris rät dazu, neben dem Zinssatz auch die Gesamtkosten der Finanzierung, inklusive Gebühren und Zusatzkosten, zu berücksichtigen und eventuelle Rückzahlungsstrafen für längere Festzinsbindungen zu prüfen.
Börsianische Unwägbarkeiten, Inflationsraten und wirtschaftliche Indikatoren prägen weiterhin das Hypothekenmarktgeschehen. Experten wie Nicholas Mendes von John Charcol erwarten, dass die Hypothekenzinsen im kommenden Jahr weiter sinken könnten, und lockend niedrige Zinssätze um 3,5 % für fünfjährige Festhypotheken könnten bis Anfang 2024 erreicht werden.
Für alle Hypothekensuchende, die in naher Zukunft refinanzieren müssen, bleibt es entscheidend, das richtige Timing und Marktverhalten für günstigere Konditionen zu nutzen. Eine gute Bonität und ein höherer Eigenkapitalanteil führen oft zu niedrigeren Zinsen.
Hauskäufer sollten auch alternative Finanzierungsmodelle wie Offset-Hypotheken in Betracht ziehen, mit denen durch angespartes Kapital die Zinsbelastung reduziert werden kann.
Dennoch ist Vorsicht geboten und unabhängiger Rat von Experten ratsam, um aus einem vielfältigen und sich schnell wandelnden Markt das beste Angebot zu finden.