Der britische Marketingriese WPP hat seinen 50%-Anteil an der führenden PR-Agentur FGS Global für 611 Millionen Pfund an die Private-Equity-Gesellschaft KKR verkauft. Die Transaktion bewertet FGS Global insgesamt mit 1,3 Milliarden Pfund.
Bereits im Juli vergangenen Jahres hatte KKR eine Minderheitsbeteiligung an FGS Global erworben und wagte zu Beginn dieses Jahres erneut den Vorstoß, WPPs Anteil zu übernehmen – mit zunächst geringem Erfolg. Nun jedoch hat KKR seinen Anteil auf 80% erhöht; die restlichen Anteile verbleiben bei den Partnern und leitenden Managern des Unternehmens.
Mark Read, CEO von WPP, betonte, dass das Unternehmen einen "attraktiven Preis" erzielt habe, was WPP erlaube, "den bedeutenden geschaffenen Wert schneller zu realisieren" und gleichzeitig größere finanzielle und organisatorische Flexibilität gewinne.
Nach der Ankündigung der Transaktion fielen die Aktien von WPP um 2% und notierten bei 700 Pence. Der Abschluss der Transaktion ist für Ende des Jahres vorgesehen.
Bemerkenswert ist auch der Kontext der Übernahme in der PR-Branche: Konkurrent Teneo wurde 2019 von der Private-Equity-Firma CVC akquiriert, was das Unternehmen durch diverse Skandale seitdem in die Schlagzeilen brachte.
FGS Global hat eine beeindruckende Historie. Gegründet wurde die Firma als RLM Finsbury von dem ehemaligen Financial Times-Journalisten Roland Rudd, dem Bruder der ehemaligen Innenministerin Amber Rudd. 2001 verkaufte Rudd das Unternehmen an WPP und realisierte damit etwa 40 Millionen Pfund.
In einer Serie von Fusionen im Jahr 2021 schloss sich Finsbury mit The Glover Park Group, Hering Schuppener und Sard Verbinnen zusammen und agiert seitdem unter dem Namen FGS Global. Heute zählt das Unternehmen über 1.000 Mitarbeiter und betreibt Büros unter anderem in London, Hongkong und Abu Dhabi.
Interessanterweise war WPP gemeinhin dafür bekannt, eine Börsennotierung von FGS zumindest in Erwägung gezogen zu haben – möglicherweise schon in diesem Jahr. 2023 erzielte FGS Global beeindruckende Einnahmen von 374 Millionen Pfund bei einem Betriebsgewinn von 70 Millionen Pfund.
Parallel dazu vermeldete WPP für das erste Halbjahr dieses Jahres eine nahezu stagnierende Umsatzentwicklung mit einem Plus von lediglich 0,1% auf 7,2 Milliarden Pfund. Die Vorsteuergewinne sanken um 3,8% auf 525 Millionen Pfund.