03. Juli, 2026

Wirtschaft

Verhandlungen um Vier-Tage-Woche bei Volkswagen: IG Metall drängt auf schnelle Lösung

Verhandlungen um Vier-Tage-Woche bei Volkswagen: IG Metall drängt auf schnelle Lösung

Im Konflikt um die neuen Sparmaßnahmen bei Volkswagen greift die IG Metall zur Initiative und bringt eine Vier-Tage-Woche für die Beschäftigten der Kernmarke ins Spiel. Dies soll helfen, betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern. Christiane Benner, Vorsitzende der IG Metall, erklärte auf einer tarifpolitischen Konferenz in Hannover: „Das kann eine der Optionen sein. Wir sollten alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Arbeitsplätze und Standorte zu sichern.“

Benner betonte zudem, dass Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen inakzeptabel seien und als rote Linien betrachtet werden. Mit dem Konzern wolle man zügig in Verhandlungen treten, um klare Perspektiven für die Belegschaft zu schaffen. Thorsten Gröger, IG-Metall-Bezirksleiter in Niedersachsen, ergänzte: „Wir brauchen jetzt schnell Klarheit für die Beschäftigten und wollen keine langwierigen Verhandlungen.“

Ursprünglich war die nächste Tarifrunde bei VW für den Herbst angesetzt, aber die Gewerkschaft strebt an, diese bereits parallel zu den Verhandlungen im Flächentarif der Branche vorzuziehen. Gröger hob zudem hervor, dass die Forderung nach sieben Prozent Lohnerhöhung auch gegenüber VW aufrechterhalten werde.

Die Idee einer Vier-Tage-Woche erinnert an die Vereinbarung von 1993, als VW durch eine Arbeitszeitverkürzung und entsprechende Lohnkürzungen Massenentlassungen verhindern konnte. Diese Regelung blieb zwölf Jahre in Kraft und sicherte den Beschäftigten eine Jobgarantie. Heutzutage steht der Konzern erneut vor Herausforderungen und hat angekündigt, seinen Sparkurs zu verschärfen, was betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen nicht mehr ausschließt.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, der auch im VW-Aufsichtsrat sitzt, forderte ebenfalls, Werksschließungen zu vermeiden und auf Alternativen zu setzen. Weil betonte, dass die Lasten fair verteilt werden sollten und verwies auf die Krisenbewältigung von 1993/94 als mögliches Vorbild für die aktuelle Situation.

Trotz der angespannten Lage in der Autoindustrie äußerte sich Ifo-Expertin Anita Wölfl zuversichtlich. Die Branche habe in der Vergangenheit ihre Resilienz und Innovationskraft bewiesen und werde auch diese Krise überwinden. Allerdings kritisierte Wölfl, dass die deutsche Autoindustrie bei der Elektromobilität spät reagiert habe.