07. Juli, 2026

Wirtschaft

Varta in der Krise: Entscheidung bis Jahresende erwartet

Varta in der Krise: Entscheidung bis Jahresende erwartet

Der schwer angeschlagene Batteriekonzern Varta plant, bis zum Jahresende Klarheit über seine Zukunft zu schaffen. Mehrheitseigner Michael Tojner erklärte gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", dass eine Lösung bis Ende August oder Anfang September angestrebt wird. Im Anschluss daran muss das Ergebnis noch das Verfahren nach dem Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG) durchlaufen. Tojner hofft, den Konzern bis Jahresende stabilisiert zu haben und eine positive Zukunftsperspektive bieten zu können.

Die existenzielle Krise Vartas manifestierte sich im Juli, als der Konzern das vorinsolvenzliche Sanierungsverfahren anmeldete. Eine der geplanten Maßnahmen zur Rettung ist das Entfernen der Alt-Aktionäre. Darüber hinaus sollen Gläubiger auf einen Großteil ihrer Ansprüche verzichten. Diese Ankündigungen führten zu einem drastischen Wertverlust der Varta-Aktie. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 4.000 Mitarbeitende in Ellwangen.

Ein Rettungskonzept sieht vor, dass Varta zur Sicherung der Produktion bis 2027 rund 100 Millionen Euro an frischem Kapital benötigt und einen Schuldenschnitt durchführt. Der Konzern hat Schulden in Höhe von knapp einer halben Milliarde Euro bei großen Kreditgebern, darunter Banken und Hedgefonds. Gegenwärtig gibt es zwei Rettungsvorschläge: einen von Michael Tojner und Porsche sowie einen von vier Hedgefonds, die sich in Varta-Kredite eingekauft haben.

Die laufenden Verhandlungen beschreibt Tojner als professionell und intensiv. Alle Beteiligten möchten eine Insolvenz vermeiden. Man befinde sich in Gesprächen mit Banken, Gläubigern, anderen Investoren und den Fonds, um ein konsensfähiges Ergebnis zu erreichen, so Tojner.

Tojner äußerte sich zum gemeinsamen Vorschlag mit Porsche nur allgemein. Ein Teil des neuen Eigenkapitals würde von seiner Seite kommen, der Rest von Banken und Porsche. Zudem würde man sich verpflichten, zusätzliches Geld zu investieren, sollte dies für die Sanierung notwendig sein. Varta brauche vor allem Eigenkapital, da zu viel neues Fremdkapital das Unternehmen überfordern würde und man sich in zwei Jahren wieder in derselben Lage befinden könnte.

Die Krise bei Varta ist nicht neu. Neben schwankender Nachfrage nach kleinen Lithium-Ionen-Knopfzellen und Billig-Konkurrenz aus China sorgten Hacker im Februar für eine wochenlange Produktionsstilllegung. Auch Managementfehler werden als Ursache der Misere diskutiert.