05. Juli, 2026

Wirtschaft

US-Notenbank vor aggressiven Zinssenkungen: Marktprognosen werden übertroffen

US-Notenbank vor aggressiven Zinssenkungen: Marktprognosen werden übertroffen

Angesichts anhaltend hoher Arbeitslosenquoten könnte die Federal Reserve möglicherweise stärker an der Zinsschraube drehen als ursprünglich erwartet. Laut dem führenden Citi-Ökonom Robert Sockin könnten die Zinssenkungen der Fed bis zum Jahresende insgesamt 125 Basispunkte betragen.

Die Analysten von Citi rechnen damit, dass die Fed zunächst die Zinsen um 50 Basispunkte senken wird, gefolgt von weiteren 50 Basispunkten, sodass sich insgesamt 125 Basispunkte für das laufende Jahr ergeben. Ein zusätzlicher Zinsschritt um 25 Basispunkte wird für das Dezember-Meeting der Fed erwartet.

Diese Prognosen basieren auf einem sich wandelnden Arbeitsmarkt und steigenden Arbeitslosenquoten. Sockin betont, dass der Anstieg der Arbeitslosenquote besorgniserregend ist und die Fed dazu zwingen könnte, ihre Maßnahmen noch aggressiver zu gestalten, um einem starken wirtschaftlichen Abschwung entgegenzuwirken.

Die US-Arbeitslosenquote stieg im Juli unerwartet auf 4,3%, nachdem sie im Juni noch bei 4,1% lag. Die Zahl der Arbeitslosenanträge ist in den letzten Wochen leicht gesunken, erreichte jedoch Ende Juli einen Jahreshöchststand von 250.000, wie Daten des Arbeitsministeriums zeigen. Sockin betonte, dass die Fed besonders aggressiv handeln könnte, sollten die Arbeitsmarktdaten weiterhin schwach ausfallen.

"Wir werden sehen, wie der nächste Arbeitsmarktbericht ausfällt. Wenn die Arbeitslosenquote weiter steigt, wird es für die Fed sehr schwierig sein, nicht noch stärker einzugreifen", meinte Sockin.

Der CME FedWatch-Tool zufolge erwarten Investoren eine Zinssenkung um 25 Basispunkte im September, mit geringeren Aussichten auf eine 50-Basispunkte-Senkung. Beim kürzlich abgehaltenen Symposium in Jackson Hole äußerte sich Fed-Vorsitzender Jerome Powell ebenfalls zu diesem Thema und deutete an, dass die Fed bereit sei, die Zinsen im September zu senken.

"Die Zeit ist gekommen, um die Politik anzupassen", sagte Powell. "Die Richtung ist klar, und das Timing und Tempo der Zinssenkungen hängen von den eingehenden Daten, dem sich entwickelnden Ausblick und der Risikobalance ab."

Er unterstrich, dass die Fed weiterhin auf ihr Doppelmandat abzielt – eine Inflationsrate von 2% und die Förderung der Beschäftigung – während sie die Geldpolitik lockert.