Die US-Notenbank (Fed) bemüht sich aktuell, die aufgewühlten Märkte zu beruhigen, nachdem Austan Goolsbee, Präsident der Chicago Fed, am Montag erklärte, die Zentralbank werde einschreiten, sollte sich die US-Wirtschaft verschlechtern. Zwar habe es Anzeichen einer konjunkturellen Abschwächung gegeben, aber in eine Rezession sei die Wirtschaft noch nicht gesunken. Goolsbees Aussagen fielen inmitten eines weltweiten Sell-offs an den Aktienmärkten, was zu der Erwartung führte, die Fed könnte aggressiver die Zinsen senken müssen. "Die Aufgabe der Fed ist klar: Maximale Beschäftigung, stabile Preise und finanzielle Stabilität zu gewährleisten. Sollte sich in einem dieser Bereiche eine Verschlechterung abzeichnen, werden wir handeln," sagte Goolsbee in einem Interview mit CNBC. Die Turbulenzen verschärften sich, nachdem schwache Arbeitsmarktdaten am Freitag weltweite Befürchtungen eines starken wirtschaftlichen Abschwungs in den USA auslösten. Goolsbee stellte klar, dass die Fed nicht auf einzelne Datenpunkte reagiere, sondern ihre Handlungsspielräume im Hinblick auf geldpolitische Maßnahmen offenhalte. In der vergangenen Woche hatte die Fed den Leitzins bei 5,25 bis 5,5 Prozent belassen, gleichzeitig jedoch signalisiert, dass die erste Zinssenkung des Zyklus bereits im September erfolgen könnte. Die Kombination aus einem schwächeren Arbeitsmarkt und negativen Marktreaktionen könnte die Fed dazu veranlassen, schneller zu handeln und eine Zinssenkung um 50 Basispunkte im September sowie weitere Kürzungen bis Jahresende vorzunehmen. Jay Powell, Vorsitzender der Fed, wird diesen Monat auf der jährlichen Jackson Hole Konferenz sprechen. Einigen Wirtschaftsexperten zufolge, wie Jay Bryson von Wells Fargo, sei schnelle Reaktion der Fed notwendig, um eine Abwärtsspirale aus schwachem Arbeitsmarkt und schwachem Konsum zu verhindern. Die Fed hat in der Vergangenheit in Zeiten extremer finanzieller Notlage, wie zu Beginn der Pandemie 2020, bereits Notfall-Zinssenkungen in Erwägung gezogen. Doch viele Analysten halten ein solches Szenario derzeit für unwahrscheinlich. Steven Kelly vom Yale University Program on Financial Stability kommentierte auf X, dass die Vorstellung einer sofortigen Zinssenkung eher eine "Twitter-Sache" sei. Goolsbee bleibt optimistisch, dass die US-Wirtschaft derzeit nicht in einer Rezession steckt. Er hob heraus, dass die jüngsten schwachen Beschäftigungszahlen nicht zwangsläufig auf eine Rezession hinweisen. Diese Sicht wurde durch den am Montag veröffentlichten Dienstleistungsindex des Institute for Supply Management (ISM) gestützt, der im Vergleich zum Juli stärker als erwartet angestiegen war. Laut Oren Klachkin von Nationwide wird der neueste ISM-Bericht die Sorgen vor einem scharfen wirtschaftlichen Abschwung mildern. Stephen Brown von Capital Economics sieht weiterhin die Chancen für eine "weiche Landung" der Wirtschaft, warnt jedoch vor einem erhöhten Risiko für eine harte Landung und die Möglichkeit schnellerer geldpolitischer Lockerungen.
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US-Notenbank versucht, Marktunruhen zu beruhigen