In einer Woche, die von starken Schwankungen geprägt war, konnten sich die US-Börsen zum Wochenschluss stabilisieren. Der Dow Jones Industrial, der zuletzt stark unter Druck stand, schloss am Freitag mit einem Plus von 1,51 Prozent bei 38.686,32 Punkten. Diese Erholung half dem Leitindex, seinen Wochenverlust auf knapp 1 Prozent zu begrenzen und für den Monat ein Plus von 2,3 Prozent zu verzeichnen.
Auch der S&P 500 profitierte von der späten Markterally und legte um 0,80 Prozent auf 5277,51 Punkte zu. Der technologielastige Nasdaq 100 hingegen verlor lediglich 0,01 Prozent und schloss bei 18.536,65 Punkten. Auf Wochensicht sank er um 1,4 Prozent, konnte jedoch im Mai ein beachtliches Plus von 6,3 Prozent erzielen.
Nachdem Inflationsdaten im April positiv aufgenommen worden waren, zeigte sich der Markt überrascht von schwachen Einkaufsmanagerdaten. Der Chicago-Einkaufsmanagerindex von MNI fiel im Mai unerwartet, obwohl Ökonomen einen Anstieg erwartet hatten. Der Rückgang markiert den tiefsten Stand seit Mai 2020 und wurde von Oliver Allen von Pantheon Macroeconomics als schwer einzuordnen bezeichnet.
Im IT-Sektor sorgte Dell für Verunsicherungen, als der Quartalsbericht des Computerkonzerns die Gewinnmargen unter Druck sah. Die Aktien des Unternehmens verloren 17,9 Prozent. Bereits am Donnerstag musste Salesforce nach einem enttäuschenden Umsatzausblick Kursverluste hinnehmen. Im Sog dieser Ereignisse gaben auch die Anteilscheine von HP um 4,9 Prozent nach, obwohl diese am Vortag noch von einem positiven Umsatzausblick profitiert hatten.
Weitere Unternehmen im IT-Bereich enttäuschten ebenfalls: MongoDB-Aktien fielen um fast ein Viertel, während Veeva Systems und SentinelOne Abschläge von 10,3 beziehungsweise 13,3 Prozent hinnehmen mussten. Eine positive Ausnahme war Zscaler, dessen Aktien um 8,5 Prozent zulegten, angetrieben durch unerwartet gute Quartalszahlen.
Abseits des Technologie-Sektors gab es Lichtblicke bei den Einzelhändlern. Gap überzeugte mit einem besser als erwarteten Quartal und einem angehobenen Ausblick, was die Aktie um 28,6 Prozent steigen ließ. Ebenfalls positiv entwickelt haben sich die Aktien von Nordstrom, die nach einem positiven Zwischenbericht um 5,1 Prozent zulegten.
Ein weiterer Gesprächspunkt war der Schuldspruch gegen den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Die Aktien seiner Trump Media & Technology Group zeigten sich volatil und verloren letztlich 5,3 Prozent.
Der Euro gab einen Teil seiner Gewinne wieder ab und notierte zuletzt bei 1,0848 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,0852 Dollar festgesetzt.
US-Staatsanleihen sind im Wert gestiegen. Der Terminkontrakt für zehnjährige Anleihen erhöhte sich um 0,29 Prozent auf 108,55 Punkte, während die Rendite zehnjähriger Staatspapiere auf 4,50 Prozent fiel.