Die neuesten Arbeitsmarktdaten aus den USA haben gezeigt, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter eingetrübt hat. Laut dem US-Arbeitsministerium wurden im August zwar 142.000 neue Stellen geschaffen, was jedoch deutlich unter den Erwartungen der Analysten von 165.000 Stellen liegt. Zudem wurden die Beschäftigungszahlen der beiden vorangegangenen Monate revidiert und um insgesamt 86.000 Stellen nach unten korrigiert.
Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, sieht in den revidierten Zahlen einen klaren Abwärtstrend und betont, dass dies der US-Notenbank Fed Freiraum für eine Lockerung ihrer Geldpolitik gibt. Er prognostiziert bei der kommenden Zinssitzung im September lediglich eine moderate Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte, trotz Spekulationen über eine mögliche Senkung um 0,50 Prozentpunkte. Demgegenüber bleibt Dirk Chlench von der Landesbank Baden-Württemberg vorsichtig und sieht die Entscheidung auf Messers Schneide.
Interessanterweise sank die Arbeitslosenquote im August leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent, bleibt aber nahe dem höchsten Stand seit Oktober 2021, der im Juli bei 4,3 Prozent lag. Die Stundenlöhne stiegen stärker als erwartet, was im Monatsvergleich zu einem Plus von 0,4 Prozent führte. Im Jahresvergleich ergab dies eine Lohnerhöhung um 3,8 Prozent.
Die Lohnentwicklung hat unmittelbaren Einfluss auf die Teuerungsrate, die im Juli auf 2,9 Prozent gesunken ist und sich damit dem von der Fed angestrebten Ziel von zwei Prozent annähert. Trotz der positiven Signale von sinkender Inflation könnte der leicht schwächelnde Arbeitsmarkt die Fed zu vorsichtigen Zinssenkungen bewegen.
Die Entscheidungen der US-Notenbank hängen entscheidend von weiteren Konjunkturdaten ab. Trotz der jüngsten Hinweise auf eine bevorstehende Zinssenkung liegt der Leitzins derzeit noch in der Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent. Am US-Dollar zeigte sich nur eine zeitweise Reaktion auf die neuen Arbeitsmarktdaten, während der Euro sein Tageshoch von 1,1155 Dollar nicht halten konnte. Auch die Renditen für US-Staatsanleihen gerieten nur kurzzeitig unter Druck.