10. Juli, 2026

Wirtschaft

Unzureichender Hitzeschutz in Pflegeeinrichtungen: Experten schlagen Alarm

Unzureichender Hitzeschutz in Pflegeeinrichtungen: Experten schlagen Alarm

Trotz der steigenden Sommerhitze zeigen viele Pflegedienste in Deutschland mangelhafte Vorkehrungen zum Schutz ihrer pflegebedürftigen Klientel. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach haben 55 Prozent der befragten Pflegedienstleistungen bisher darauf verzichtet, ihr Personal zu Hitzeschutzmaßnahmen zu schulen. Weiterhin prüfen 28 Prozent der Einrichtungen nicht, ob ihre Klientinnen und Klienten zu einer Risikogruppe für hitzebedingte Gesundheitsprobleme gehören.

Erfreulicherweise stellen über 90 Prozent der befragten Pflegeeinrichtungen bereits verschiedene Hitzeschutzvorkehrungen bereit. Dennoch warnt die ZQP eindringlich vor den gravierenden Gesundheitsrisiken, denen insbesondere ältere, pflegebedürftige Menschen ausgesetzt sind. "Das Risiko für ernsthafte hitzebedingte Gesundheitsprobleme ist hoch, wenn die notwendige Unterstützung bei Hitzeschutz, Abkühlung und ausreichender Flüssigkeitsaufnahme fehlt", unterstreicht Ralf Suhr, Vorstand der Stiftung ZQP.

Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass die Mehrheit der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland, etwa vier von fünf, zu Hause von Angehörigen und ambulanten Pflegediensten betreut wird. Suhr betont die Notwendigkeit eines verstärkten Fokus auf die häusliche Pflege und bedauert die mangelnde öffentliche Wahrnehmung des Themas Hitzeschutz in dieser Betreuungsform.

Darüber hinaus zeigt die Umfrage, dass auch das Pflegepersonal erheblich unter hitzebedingten Belastungen leidet, was zu körperlicher und geistiger Erschöpfung führt. Suhr plädiert abschließend für infrastrukturelle Maßnahmen wie Verschattungsmöglichkeiten in Wohnungen und schattige Aufenthaltsbereiche in der Umgebung von Seniorinnen und Senioren, um deren Schutz vor Hitze zu gewährleisten.