26. Juli, 2026

Wirtschaft

Unterstützung für Anglo Americans Abspaltungspläne durch Legal & General

Unterstützung für Anglo Americans Abspaltungspläne durch Legal & General

Im Tauziehen um die Zukunft von Anglo American erhält der Bergbaukonzern Rückendeckung von einem seiner größten Anteilseigner, Legal & General Investment Management. Die Investmentgesellschaft hat sich ausdrücklich hinter die radikalen Abspaltungspläne des Unternehmens gestellt und somit Druck auf den Konkurrenten BHP ausgeübt. BHP hat nur noch zwei Tage Zeit, sein Übernahmeangebot zu erhöhen oder sich zurückzuziehen.

Anglo American hatte zuvor dargelegt, dass es sich aufspalten möchte, um so seine Attraktivität als unabhängiges Unternehmen zu unterstreichen. Diese Schritte folgen nach der Zurückweisung zweier Angebote von BHP. Der Plan von Anglo sieht vor, dass es seine Geschäfte mit Diamanten der Marke De Beers, die in Südafrika ansässige Platinum-Sparte sowie die Kokskohle-Assets abstoßen wird. Stattdessen soll sich der Konzern in Zukunft auf seine lukrativen Eisenerz- und Kupfergeschäfte konzentrieren – beides Bereiche, die auch von BHP begehrt werden.

Nick Stansbury, Leiter der Abteilung für Klimaschutzlösungen bei LGIM und einer der zehn größten Investoren von Anglo mit knapp 2 Prozent Anteil, bewertet den Plan als "radikale, aber attraktive Strategie zur Wertschöpfung für langfristig orientierte Anleger". Trotz der Herausforderungen, die mit der Umsetzung dieses Plans einhergehen mögen, äußerte sich Stansbury zuversichtlich bezüglich der Fähigkeiten des Managements, diese langfristig zu bewältigen.

Das zweite, rein aktienbasierte Angebot von BHP bewertete die Anteile von Anglo American mit 27,53 Pfund pro Aktie und das Unternehmen mit 34 Milliarden Pfund, was eine Steigerung gegenüber dem ersten Angebot mit circa 25 Pfund pro Aktie, oder 31 Milliarden Pfund darstellt.

Gemäß der britischen Übernahmeregelung hat BHP bis Mittwochnachmittag um 17 Uhr Zeit, ein formales Angebot abzugeben oder den Rückzug anzutreten. Derweil laufen die Stunden für das Management des weltgrößten Minenbetreibers ab, um Anglo American in letzter Minute doch noch an den Verhandlungstisch zu bringen.

Stansbury, der ebenso fast 1 Prozent der Anteile von BHP über LGIM besitzt, kritisierte, dass die bisherigen Angebote von BHP "weit davon entfernt sind, den fairen Wert des Unternehmens widerzuspiegeln". Nur ein Angebot, das einen vernünftigen Aufschlag auf den fairen Wert anbiete, sei attraktiv.

Anglo American selbst bekundet, die Gebote seien "deutlich" unterwertig und "hochgradig unattraktiv" für die Aktionäre. Insbesondere stört die Aktionäre, dass die Angebote eine Abspaltung der südafrikanischen Platin- und Eisenore-Geschäfte verlangen.

Analysten von JPMorgan vermuten, ein Übernahmepremium von 10 bis 30 Prozent auf die geschätzte faire Wertbewertung von Anglo würde ein Angebot von 30,50 Pfund bis 36 Pfund erforderlich machen. Nach einem kürzlichen Anstieg des BHP-Aktienkurses tendierte der Wert des zweiten Gebots nahe an die 30 Pfund Marke. Die Aktien von Anglo handelten am Montag bei 26,81 Pfund.

Die Bemühungen Anglo Americans wirken konfliktträchtig, so äußerte sich BHP-Chef Mike Henry enttäuscht über die Weigerung zum Dialog. Trotzdem gab Stansbury zu verstehen, dass Anglo American adäquat im Hinblick auf das Engagement reagiert, das sie BHP gegenüber an den Tag legen.

Skeptisch bleiben einige Investoren von Anglo American hinsichtlich der Umsetzbarkeit des ambitionierten Abspaltungsplans. Ein Aktionär, der in beide Unternehmen investiert ist, äußerte Zweifel daran, dass Anglo American in der Lage sei, die Abspaltung sauber und zeitnah durchzuführen, während er BHP in der Umsetzung und Wertschöpfung höhere Kompetenzen zutraut.