Dank der zugesprochenen Schadensersatzansprüche gegen den russischen Energiekonzern Gazprom kann der Uniper-Konzern weitere Gelder an die Bundesregierung zurückführen. Ab Anfang 2025 sollen der Bund voraussichtlich insgesamt 3,4 Milliarden Euro erhalten, wie das in der Energiekrise verstaatlichte Unternehmen am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. Bereits Ende 2023 hatte Uniper 2,2 Milliarden Euro bereitgestellt, um erhaltene Beihilfen zurückzuzahlen. Diese Rückstellung wurde per Ende Juni aufgrund von Zins- sowie Bilanzierungseffekten auf 2,9 Milliarden Euro erhöht.
Ein wesentlicher Teil der Rückzahlung, über eine halbe Milliarde Euro, stammt aus Schadensersatzansprüchen, die Uniper gegen Gazprom durchgesetzt hat und nun nach einer Schiedsgerichtsbeschluss aufrechnen und weiterleiten darf. Ob in Zukunft weitere bedeutende Beträge aus dem Schiedsverfahren hinzukommen werden, ließ das Unternehmen offen und betonte, dass dies derzeit noch nicht prognostiziert werden könne.
Uniper, aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine und den darauf folgenden Lieferstopps von Gas in finanzielle Not geraten, musste im Jahr 2022 durch Ersatzbeschaffungen Milliarden ausgeben. Um das Unternehmen vor der Insolvenz zu bewahren, gewährte Deutschland staatliche Beihilfen in Höhe von rund 13,5 Milliarden Euro und übernahm mit einer Mehrheit von über 99 Prozent die Kontrolle.
Gemäß EU-Kommissionsauflagen muss der Staat seine Beteiligung an Uniper bis spätestens 2028 auf maximal 25 Prozent plus eine Aktie reduzieren, um wettbewerbsrechtlichen Vorgaben zu entsprechen.