10. Mai, 2026

Politik

Ukraine: Selenskyj lehnt Teilmitgliedschaft in der Nato ab

Ukraine: Selenskyj lehnt Teilmitgliedschaft in der Nato ab

In einer eindrucksvollen Erklärung auf einer Pressekonferenz mit dem neuen EU-Ratspräsidenten António Costa in Kiew hat der ukrainische Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj bekräftigt, dass eine Nato-Mitgliedschaft, die nicht das gesamte Staatsgebiet umfasst, für die Ukraine nicht akzeptabel ist. Selenskyj stellte klar, dass eine Einladung zur Nato nur in den international anerkannten Grenzen der Ukraine infrage kommt. Eine Aufnahme ausschließlich der von der Regierung kontrollierten Gebiete würde einer Anerkennung der russisch besetzten Territorien gleichkommen, was für die Ukraine inakzeptabel sei.

Interessanterweise hatte Selenskyj kürzlich die Möglichkeit von Nato-Sicherheitsgarantien für regierungskontrollierte Gebiete in Betracht gezogen. Dennoch betonte er die lebenswichtige Bedeutung einer vollen Nato-Mitgliedschaft für das Überleben seines Landes. Obwohl Selenskyj hofft, dass die Nato-Außenminister auf ihrem bevorstehenden Treffen einen Fortschritt in dieser Frage erzielen, bleibt er skeptisch. Er machte deutlich, dass vor allem die zurückhaltende Haltung der USA, Deutschlands und Ungarns diesen Prozess erschwert.

Die Ukraine wehrt sich seit über zweieinhalb Jahren gegen die russische Invasion, wobei Russland ungefähr ein Fünftel des ukrainischen Territoriums, darunter die Krim, kontrolliert. Selenskyjs Vorgehensweise, die vollständige Nato-Einladung in seinen "Siegesplan" aufzunehmen, verdeutlicht die strategische Bedeutung, die er diesem Schritt beimisst.