30. Juni, 2026

Wirtschaft

Überschuldungsreport 2024: Krankheit und Sucht als Hauptursachen

Überschuldungsreport 2024: Krankheit und Sucht als Hauptursachen

Laut dem aktuellen „Überschuldungsreport 2024“ des Instituts für Finanzdienstleistungen (IFF) sind Krankheit und Sucht nun die häufigsten Auslöser für Überschuldung in Deutschland. Wie die „Welt am Sonntag“ berichtet, beruhten im Jahr 2023 fast 18,4 Prozent der Überschuldungsfälle auf gesundheitlichen Problemen. Im Gegensatz dazu war der Verlust des Arbeitsplatzes in 17,5 Prozent der Fälle der Grund für finanzielle Schwierigkeiten. Diese Analyse basiert auf Daten von 114 Schuldnerberatungsstellen. Die weiteren Ursachen für Überschuldung sind Scheidung oder Trennung, Einkommensarmut und ein problematisches Konsumverhalten. Experten führen den Rückgang der Arbeitslosigkeit als Hauptursache auf die stabile Beschäftigungslage und den demografischen Wandel zurück. Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Wirtschaftsforschung bei der Auskunftei Creditreform, betonte, dass ein Mangel an Arbeits- und Fachkräften die Bedeutung von Arbeitsplatzverlusten erheblich verringert habe. Ratenkredite stehen bei den Arten der Forderungen an erster Stelle, gefolgt von Verbindlichkeiten gegenüber öffentlichen Institutionen wie offenen Steuern oder Rückforderungen von Sozialleistungen. Hanne Roggemann, eine der Autorinnen des IFF-Reports, hob hervor, dass insbesondere Ratenkredite eine bedeutende Rolle bei der Überschuldung spielen. Fast jeder fünfte Schuldner hat mindestens eine Forderung, die aus solchen Krediten resultiert, darunter sogenannte „Buy now, pay later“-Angebote. Der Verbraucherzentrale Bundesverband und das IFF warnen vor diesen Angeboten, da sie hohe Verzugszinsen und Mahngebühren mit sich bringen und die finanzielle Übersicht erschweren. Für den Überschuldungsreport wurden fast 200.000 Beratungsfälle aus den Jahren 2008 bis 2023 analysiert, wovon nahezu 24.000 aus dem letzten Jahr stammen.