Die Luftfahrtbranche steht unter Druck, und niemand spürt diesen stärker als Spirit Airlines. Laut Daten von S&P Global Market Intelligence verlor die Aktie der Discount-Fluggesellschaft im Juli 17,8% ihres Wertes, nachdem ein Zwischenbericht des Unternehmens Spekulationen über eine mögliche Insolvenz auslöste.
Die Airline kämpft derzeit mit zahlreichen Herausforderungen. Der geplante Erwerb durch JetBlue Airways scheiterte aufgrund regulatorischer Bedenken, sodass Spirit nun alleine fliegen muss – in einer Phase, in der die Nachfrage nach Inlandsflügen nachlässt und die Preissetzungsmacht begrenzt ist.
Zusätzlich ist Spirit stark von einem Problem mit Triebwerken des Herstellers RTX betroffen, was ihre Flexibilität zur Anpassung der Kapazitäten an die Nachfrage einschränkt. Diese Situation beunruhigt viele Analysten an der Wall Street hinsichtlich der Ergebnisse des zweiten Quartals, was bereits Anfang Juli zu einer Welle von Herabstufungen und Zielkursanpassungen führte. Am 16. Juli bestätigte die Airline diese Befürchtungen, als sie ihre Umsatzprognosen für das Quartal nach unten korrigierte.
Ein weiteres Problem ist die hohe Verschuldung von Spirit, die in den kommenden Monaten neu verhandelt werden muss. Auch wenn viele an der Wall Street glauben, dass die Airline eine Verlängerung der Schulden aushandeln kann, könnte eine misslungene Verhandlung zu einer Insolvenzanmeldung führen.
Am 1. August meldete Spirit die Ergebnisse des zweiten Quartals, die noch hinter den gesenkten Erwartungen zurückblieben, was die Aktienkurse weiter purzeln ließ. CEO Ted Christie erklärte, dass „signifikante Kapazitätserhöhungen in der Branche... es schwierig gemacht haben, die Erträge zu steigern, was zu enttäuschenden Umsatzergebnissen führte.“ Als Reaktion darauf fielen die Aktien um weitere 8%, was die Verluste aus dem Juli noch verstärkte.
Potenzielle Anleger sollten vorsichtig bleiben. Es ist wahrscheinlich, dass die Gläubiger bei den Schuldenproblemen mit Spirit kooperieren werden, wodurch eine aktienvernichtende Insolvenz vorerst vermieden werden könnte. Doch die Konkurrenzsituation dürfte sich in absehbarer Zeit nicht entspannen, und es bleibt unklar, wie Spirit in naher Zukunft profitabel werden könnte.
Die Probleme betreffen jedoch nicht nur Spirit: Da die Inlandsnachfrage nachlässt, stehen alle Fluggesellschaften unter Druck. Doch insbesondere Airlines wie Spirit, die auf den US-Freizeitmarkt angewiesen sind und keine starken internationalen Allianzen oder etablierten Geschäftskunden haben, werden die Auswirkungen deutlicher spüren.
Die Aktien von Spirit sind billig, aber das hat seinen Grund. Wer erwägt, hier zu investieren, sollte sich auf Turbulenzen einstellen und den Betrag nur als kleinen Teil eines gut diversifizierten Portfolios betrachten.