Die Erholung der Luftfahrtbranche liefert dem französischen Triebwerkbauer Safran einen kräftigen Aufschwung. Die Nachfrage nach Triebwerkswartungen, Fahrwerkstechnik und Rüstungsgütern trug dazu bei, dass Safran im ersten Halbjahr einen Umsatz von über 13 Milliarden Euro erzielte – ein Anstieg um fast ein Fünftel. Trotz einer geringeren Anzahl ausgelieferter Leap-Triebwerke legte der bereinigte operative Gewinn um beeindruckende 41 Prozent auf nahezu zwei Milliarden Euro zu. Diese Ergebnisse übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich. Dennoch setzten die Aktien von Safran nach anfänglichen Kursgewinnen erneut zurück.
Die anhaltenden Lieferkettenprobleme beeinflussten die Anzahl der im ersten Halbjahr ausgelieferten Leap-Triebwerke, die auf 664 sank, verglichen mit 785 im Vorjahreszeitraum. Konzernchef Olivier Andriès visiert jedoch für das zweite Halbjahr bis zu 1000 Auslieferungen an und rechnet damit, dass die Lieferkettenprobleme möglicherweise bis 2025 andauern könnten. Die Leap-Triebwerke finden unter anderem Einsatz bei Boeing 737 Max und Airbus A320neo Mittelstreckenjets.
Für das kommende Jahr erwartet Safran weiterhin einen Umsatz von rund 27,4 Milliarden Euro, nach einem Anstieg um circa 22 Prozent auf 23,2 Milliarden Euro im letzten Jahr. Der operative Gewinn soll auf knapp vier Milliarden Euro gesteigert werden, nachdem er 2023 fast 3,2 Milliarden Euro erreichte und damit um nahezu ein Drittel höher lag als im Jahr zuvor.
Analyst David Perry von JPMorgan bemerkte am Vormittag, dass einige Investoren möglicherweise enttäuscht sind, da Safran den Gewinnausblick nicht angehoben habe. Dies habe zum kurzfristigen Rückgang des Aktienkurses beigetragen. Nachdem die Aktie zunächst auf rund 210 Euro gestiegen war, fiel sie am Nachmittag um 1,7 Prozent auf 201,50 Euro zurück und gehörte damit zu den größten Verlierern im Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50.