08. Juli, 2026

Wirtschaft

Tesla kämpft in Deutschland gegen Widerstände: Ausbaupläne und Marktprobleme

Tesla kämpft in Deutschland gegen Widerstände: Ausbaupläne und Marktprobleme

Der US-Elektroautobauer Tesla sieht sich in Deutschland mit zunehmenden Widerständen konfrontiert, während das Unternehmen seine europaweit einzige Produktionsstätte in Grünheide bei Berlin erweitern möchte. Obwohl Tesla an seinen Ausbauplänen festhält, lässt die schwierige Marktlage den Zeitplan für die Erweiterung offen. Werksleiter André Thierig betonte die Notwendigkeit klarer Marktsignale, bevor weitere Milliarden in die Fabrikerweiterung investiert werden.

Thierig, der seit fast 25 Jahren in der Automobilindustrie tätig ist, hob hervor, dass die Produktion jederzeit aufgestockt werden könne, sobald der Markt dies erfordere. Aktuell produziere man weiterhin fünf Tage die Woche in drei Schichten.

Der Elektromarkt erlebt derzeit eine Flaute. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden in Deutschland 184.125 Elektrofahrzeuge zugelassen, darunter 21.249 Teslas. Dies stellt einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dar, in dem 220.244 E-Fahrzeuge, darunter 36.384 Teslas, neu zugelassen wurden. Außerdem musste Tesla weltweit einen Gewinnrückgang im zweiten Quartal in Folge verzeichnen und aufgrund der Rückgänge sogar 400 Stellen in Grünheide abbauen.

Als positives Zeichen verweist Thierig auf die Erweiterung des Absatzmarktes für Rechtslenker-Fahrzeuge in Großbritannien und Irland, die nun aus Berlin bedient werden.

Der erste Antrag auf umweltrechtliche Genehmigung für den Ausbau der Grünheide-Fabrik wurde gestellt und erhielt eine vorläufige Genehmigung für Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden. Mit einer ersten Teilgenehmigung rechnet Thierig im September oder Oktober. Weitere Anträge, unter anderem für eine neue Fabrik, sind geplant.

Der Start ins Jahr war holprig: Produktionsstillstände im Januar und Februar aufgrund fehlender Teile, wachsender Protest der Bevölkerung, zwei Wochen Produktionsstopp durch Stromausfälle im März und erneut im Juni wegen interner Optimierungen erschwerten den Betrieb. Zudem mussten Gespräche über den Kauf von Waldflächen für einen neuen Güterbahnhof geführt werden, um den Betrieb weiter zu optimieren.

Trotz anhaltender Proteste von Umweltschützern, die Bedenken bezüglich des Wasserverbrauchs und der Lage im Wasserschutzgebiet äußern, sieht Tesla diese Kritik kritisch und verweist auf den geringen Wasserverbrauch pro produziertem Auto im Vergleich zur Konkurrenz.