Stellantis, der global agierende Automobilhersteller, hat erklärt, dass keine seiner nordamerikanischen Marken wie Chrysler, Dodge, Jeep, Ram und Fiat zum Verkauf stehen. Diese klarstellende Stellungnahme erfolgte als Reaktion auf ein 17-seitiges Schreiben von Frank Rhodes Jr., einem Urenkel von Walter P. Chrysler, in dem Rhodes sein Interesse bekundete, die Marken Chrysler und Dodge zu erwerben und zu verbessern. In seinem Schreiben, das vom 26. August datiert ist, äußerte Rhodes zahlreiche Beschwerden gegenüber dem Stellantis-CEO Carlos Tavares und plante eine umfassende Restrukturierung der Marken unter seinem eigens gegründeten Unternehmen New Chrysler/Dodge LLC. Rhodes skizzierte einen kühnen Plan, um das amerikanische Erbe der Marken zu bewahren und diese durch innovative Designs und erschwingliche Preise zu neuem Leben zu erwecken. Er forderte Stellantis auf, die Marken Chrysler, Dodge und Mopar auszugliedern und ihm die entsprechenden Produktionsstätten sowie die Belegschaft zu überlassen. Nach dem Erwerb plante er, ein ambitioniertes Design- und Erneuerungsprogramm zu starten, das neue und vorwärtsdenkende Führungskräfte sowie ehemalige Mitarbeiter einbeziehen würde, um eine Wiedergeburt der Marken im Sinne eines Phönix zu ermöglichen. Dennoch lehnte Stellantis das Angebot höflich ab und betonte sein Engagement zur Verbesserung und Weiterentwicklung aller Marken. Wie aus der Unternehmenskommunikation hervorgeht, bleiben alle 14 ikonischen Marken des Portfolios wichtiger Bestandteil der langfristigen Strategie von Stellantis. Chrysler und Dodge befinden sich demnach aktiv im Transformationsprozess hin zu sauberer Mobilität und profitieren von modernster Technologie und der Größe des Unternehmens. Rhodes zeigte sich enttäuscht über die öffentliche Antwort von Stellantis und bemängelte, keine direkte Rückmeldung erhalten zu haben. Er kündigte an, bis Dienstag formell zu antworten und hoffte auf zukünftige direkte Kommunikation. Stellantis kämpft weiterhin mit rückläufigen US-Verkaufszahlen und Gewinnen. Im zweiten Quartal gingen die US-Verkäufe um 21% zurück. Chrysler-Verkäufe fielen um 19% und Dodge verzeichnete einen Rückgang von 17%. Diese Entwicklungen und mehrere bedeutende Entlassungen sowie Managerabgänge brachten CEO Tavares letzte Woche zu einem dreitägigen Aufenthalt ins nordamerikanische Hauptquartier von Stellantis, um Lösungen zu erarbeiten.
Wirtschaft
Stellantis lehnt Übernahmeofferte von Chrysler-Nachfahren entschieden ab